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- 30. Juli 2026
- Aktualisiert 30. Juli 2026
Drei Ausstellungen des Museums in einer Nacht
Das Programm der Nacht nennt für das Museum Junge Kunst drei Ausstellungen bei freiem Eintritt von 18 bis 24 Uhr. In der Rathaushalle hingen die „Männerbilder 1945–2005“, eine Auswahl von Gemälden und Plastiken aus dem eigenen Bestand, seit April und noch bis zum 1. Oktober; für die Nacht war Liveschreiben in der Ausstellung angekündigt, mit Hinweis vor Ort. Im Festsaal der Rathaushalle stand die Installation „Strategie und Lapsus“ von Matthias Geitel aus Erfurt und Berlin und Michael Geyersbach aus Weimar und Berlin, im Programm unter „Bild-Zeichen-Schrift“ geführt: eine Arbeit, in der Wörter zu Bildern und Bilder zu Zeichen werden. Der Packhof (Adresse: Carl-Philipp-Emanuel-Bach-Straße 11) gehörte dem Greifswalder Maler ZWINGER mit Malerei und Fotoobjekte.
Den Abschluss im Packhof bildete von 23 bis 24 Uhr das Sonderprogramm „Ins Netz gegangen“, Videoprojektionen des Kunst-Leistungskurses der elften Klasse des Otto-Brenner-Gymnasiums Frankfurt (Oder) unter Leitung der Kunstlehrerin Frau Jahn. Dass die Schule in der Nacht des Museums die letzte Stunde bekam, passte zu einem Haus, das seit den sechziger Jahren Schülerarbeiten und Kindersommer im Programm hatte.
Die anderen Häuser
Das Kleist-Museum in der Faberstraße 7 öffnete seine Dauerschau „Heinrich von Kleist 1777–1811. Leben, Werk, Wirkung“ und dazu eine kleinere Schau, „Henning Boetius. Tod am Wannsee“, mit zehn Lithografien von Johannes Grützke. In der Bischofstraße 17, Haus 1, wo die Stadt- und Regionalbibliothek sitzt, war der Internetzugang an diesem Abend gratis, wer noch Mahngebühren offen hatte, zahlte weniger, und von 21.45 bis 22.45 Uhr trat Burkhard Engel vom Cantaton-Theater Erbach mit „Männer“ auf, einer literarisch-musikalischen Selbstbetrachtung mit Lesung, Gesang und Gitarre.
Gleich neben dem Packhof, unter derselben Adresse Carl-Philipp-Emanuel-Bach-Straße 11, liegt das Junkerhaus; das Museum Viadrina darin zeigte seine ständige Ausstellung zur Stadt- und Regionalgeschichte und die Sonderausstellung „Spurensuche“ mit Exponaten, Dokumenten und Grafikdesign von Gerhard Trost; auf dem neu gestalteten Innenhof spielte um 19.15 Uhr das Bläserquintett des Landespolizeiorchesters Brandenburg unter dem Namen „Piefke mit Fünfen“. Die Bundesbeauftragte für die Stasi-Unterlagen war im Rathaus am Marktplatz mit zwei Ausstellungen vertreten, „Konspirative Treffpunkte der Stasi in Frankfurt (Oder)“ und „Bilder der Stasi“; um 20.30 Uhr trug die Leipzigerin Roswitha Geppert im Stadtverordnetensaal aus „Zweifel“ vor.
Ein Format und seine Partner
Die Kurze Nacht war eine Gemeinschaftsveranstaltung mit Unterstützung von radioeins vom rbb. Für die Programmauskünfte standen Frau Patitz im Kleist-Museum, Frau Riedel in der Bibliothek, Dr. Schieck im Viadrina-Museum, Frau Breitmoser bei der Stasi-Unterlagen-Behörde und Herr Hauer im Museum Junge Kunst; Änderungen blieben vorbehalten. Dass die Ausstellungen des Museums Junge Kunst in dieser Nacht kostenlos waren, lag im Trend der Museumsnächte, die seit Ende der neunziger Jahre in vielen deutschen Städten entstanden, und für ein Haus, das nach dem Wegfall der Pflichtbesuche um jeden Gast werben musste, war der Abend eine der wenigen Gelegenheiten, ein Publikum zu erreichen, das sonst nicht in die Rathaushalle kam.
Von den drei Ausstellungen der Nacht hat die Installation im Festsaal die kürzeste Spur hinterlassen: Sie ist nur im Programm verzeichnet. Michael Geyersbach ist mit einem Werk in der Sammlung geblieben und hing 2016 in „HERZ HAUS MESSER KREUZ“ in der Abteilung „Von der Linie zur Schrift und zum Zeichen“; ZWINGER, mit bürgerlichem Namen Thorsten Zwinger, kam 2012 mit einer Fotoinstallation in die Ausstellung der Neuerwerbungen.