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  • Rathaushalle / Festsaal
  • 21. Februar bis 11. September 2016

Herz Haus Messer Kreuz: Zeichen und Symbole aus der Sammlung, 2016

Vom 21. Februar bis zum 11. September 2016 belegte die Gruppenschau „HERZ HAUS MESSER KREUZ“ die Rathaushalle und den Festsaal am Frankfurter Marktplatz. Malerei, Grafik, Plastik und Objekte stammten durchweg aus dem eigenen Bestand des Museums. Kurator Armin Hauer stellte sie unter ein gemeinsames Thema: die Arbeit mit Zeichen, Kürzeln und Sinnbildern in der Kunst der vergangenen vier Jahrzehnte.

  • 1. Januar 2016

Das Zeichen zwischen fester und offener Bedeutung

Ausgangspunkt war die Beobachtung, dass ein Werk zwar aus einer bestimmten geschichtlichen und persönlichen Lage hervorgeht, seine Wirkung aber weit über diesen Moment hinausreicht. Verdichtet sich ein Bild zu einer knappen Form, wird es zum Symbol oder Piktogramm: Es weist auf etwas außerhalb seiner selbst und bleibt doch eine gestaltete Fläche. Ein gemaltes Kreuz etwa bedeutet je nach Epoche und Kulturraum anderes. Dieses Nebeneinander von Eindeutigkeit und Vieldeutigkeit bildete laut Katalogtext den Kern des Konzepts.

Ausgewählt wurden deshalb Bildsprachen, die mit Piktogrammen, archaischen Bedeutungsträgern, Leitsystemen der Stadt, kollektiven Symbolen und Schrift arbeiten. Der Titel greift vier Grundmotive auf, die der Kurator als Chiffren für die großen Gegensätze menschlicher Existenz verstand – Leben und Tod, Zuneigung und Feindschaft, Geistiges und Stoffliches, gesellschaftliche Hoffnungen und Zusammenbrüche.

Vier Generationen in einem Raum

Etwa 100 Arbeiten von 37 Künstlerinnen und Künstlern kamen zusammen. Friedrich Press, Jahrgang 1904, war der Älteste; Paetrick Schmidt, geboren 1980, mit 35 Jahren der Jüngste. Fast alle hatten nach 1945 studiert, Hermann Glöckner und Press nicht. Ganz ohne Studium fanden etwa Carlfriedrich Claus, Monika Maria Nowak und Carsten Nicolai zur Kunst.

Abgebildet wurden unter anderem „Künstlerin bei der Arbeit“ von Erika Stürmer-Alex aus Lietzen (1982, Latexfarben auf Stoff, 130 × 178 cm), Hans-Hendrik Grimmlings großformatiges Gemälde „Fusion I“, 1994/95 mit Öl und Pigmenten auf eine Leinwand von 280 × 300 cm gemalt, das Objekt „amplify myself“ von Sebastian Reddehase aus dem Jahr 2007, das ein Zitat Roman Polanskis bei einer Fahrt im Formel-3-Rennwagen in eine Mixed-Media-Arbeit übersetzt, und Christiane Wartenbergs zweiteiliges Bild „Oben & Unten“ (2013, Acryl, Kreide und Kohle auf Leinwand, je 90 × 160 cm).

Dialoge in der Spätrenaissancehalle

In der weiten Halle hingen die Werke unabhängig von Entstehungsjahr und Gattung nebeneinander. Ein Weg führte von den Farbfeldern Stefan Lenkes, Daniel Sambo-Richters und Helmut Senfs zu Glöckners konstruktiven Formen und weiter zu den comicnahen, expressiv-zeichenhaften Bildern von Heinz Schmöller und Paetrick Schmidt.

Einzelne Kojen setzten eigene Akzente. In einer standen Grimmlings Zeichenbilder zur deutschen Geschichte zwischen Veit Hofmanns Arbeiten zum Kommunistischen Manifest und den stilisierten Bibelszenen Herbert Seidels. Eine andere zeigte Ulf Puders gekrümmtes Boot vor einem Objektkasten Robert Rehfeldts mit Kreuzzeichen, dazu Jan Brokofs grau abgestufte Straße und Manfred Luthers Kreise auf fein abgestimmten Farbgründen. Ein weiterer Abschnitt verfolgte, wie aus der Linie Schrift und Zeichen werden, mit Blättern von Claus, Gil Schlesinger, Horst Sagert, Michael Geyersbach und Wartenberg.

Hauer verband die Hängung mit der These, dass auch monochrome und minimalistische Arbeiten Bedeutung ausstrahlen, etwa als Signale von Ordnung und Schönheit, die im Raum auf Chaos und Disharmonie treffen. Zur Ausstellung erschien ein Katalog.

Gezeigte Künstler

  • Jan Brokof (geb. 1977)
  • Kurt Buchwald (geb. 1953)
  • Carlfriedrich Claus (1930 bis 1998)
  • DAG (geb. 1964)
  • Michael Geyersbach (geb. 1954)
  • Hermann Glöckner (1889 bis 1987)
  • Hans-Hendrik Grimmling (geb. 1947)
  • Jürgen Gustav Haase (1947 bis 2013)
  • Frieder Heinze (geb. 1950)
  • Veit Hofmann (geb. 1944)
  • Ingo Kirchner (1930 bis 1983)
  • Stefan Lenke (geb. 1976)
  • Manfred Luther (1925 bis 2004)
  • Richard Mansfeld (geb. 1959)
  • Monika Maria Nowak (geb. 1949)
  • Carsten Nicolai (geb. 1965)
  • Aud Otto (ohne Jahrgangsangabe)
  • A. R. Penck (geb. 1939)
  • Friedrich Press (1904 bis 1990)
  • Ulf Puder (geb. 1958)
  • Neo Rauch (geb. 1960)
  • Sebastian Reddehase (geb. 1978)
  • Robert Rehfeldt (1931 bis 1993)
  • Horst Sagert (1934 bis 2014)
  • Daniel Sambo-Richter (geb. 1966)
  • Hans Scheuerecker (geb. 1951)
  • Gil Schlesinger (geb. 1931)
  • Baldur Schönfelder (geb. 1934)
  • Paetrick Schmidt (geb. 1980)
  • Heinz Schmöller (geb. 1975)
  • Herbert Seidel (1906 bis 1974)
  • Helmut Senf (geb. 1933)
  • Erika Stürmer-Alex (geb. 1938)
  • Hans Ticha (geb. 1940)
  • Heinrich Weid (geb. 1963)
  • Anna Werkmeister (geb. 1949)
  • Christiane Wartenberg (geb. 1948)