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    Eugen Hoffmann: das Aquarell „Opfer des Faschismus (Weiblicher Häftling)“

    Ein Frauenkopf mit fahlem Gesicht und tiefbraunem Haar, gekennzeichnet durch das rote Dreieck politischer Häftlinge: So zeigt Eugen Hoffmann (1892–1955) sein Aquarell „Opfer des Faschismus (Weiblicher Häftling)“. Das Blatt ist undatiert und unbezeichnet, wird auf 1946 angesetzt und misst 67 × 45 cm. Die Frankfurter Sammlung erwarb es 1972.

    • 23. Oktober 2005

    Frühe Anerkennung, Verfemung, Flucht

    Schon 1920 lobte der Kritiker Paul Ferdinand Schmidt die Skulpturen und Grafiken des damals 28-Jährigen. Intensive Farbe und expressive Form kennzeichneten Hoffmanns Arbeiten. Zusammen mit seinem Bekenntnis zum Kommunismus trug das dazu bei, dass die Nationalsozialisten ihn verfemten und mit Arbeits- und Ausstellungsverbot belegten. Aus Sorge um seine jüdische Frau verließ er 1938 Deutschland und gelangte über Prag und Polen nach England.

    Bei der Flucht half Oskar Kokoschka, der von 1919 bis 1924 Malerei an der Dresdner Akademie gelehrt und schon aus Hoffmanns erster Einzelausstellung 1919/20 eine Skulptur gekauft hatte.

    Aquarelle aus dem Exil

    Im Frühjahr 1939 erreichte Hoffmann England, das ihm nach allem Erlebten fast paradiesisch vorkam. Er musste dort mit seinen Arbeiten oft umziehen, schnitzte dennoch Holzplastiken und malte zahllose Aquarelle. Viele davon halten die Angst der Menschen während der deutschen Luftangriffe von 1940 bis 1944 fest: Mütter mit Kindern, zufällig zusammengewürfelte Gruppen in den Schächten der U-Bahn, dazu Selbstbildnisse. Kräftige Farben, ein lockerer, vibrierender Pinselstrich und dramatisch gebaute Kompositionen bestimmen diese Blätter.

    Dresden nach 1946

    Nach der Rückkehr 1946 rückte die Bildhauerei in den Vordergrund. Auf Papier entstanden vor allem Bildhauerzeichnungen, darunter Entwürfe zu Demonstrationen und zu Mahnmalen, die an das zerstörte Dresden und an die Verfolgten des NS-Regimes erinnern sollten. Das Aquarell „Opfer des Faschismus“ ragt daraus als eigenständiges Werk heraus. Wie vor dem Krieg dient der weich gerundete, ovale Kopf als tragende Form. Das blasse, ruhende Gesicht wirkt beinahe unwirklich, das unruhig gemalte Braun des Haars greift bis in den Hintergrund über.

    1947 berief ihn die Dresdner Akademie zum Professor für Bildhauerei. Wenige Jahre später galten die klassische Moderne und ihre Anhänger als dekadent. 1953 wurde er, ähnlich wie Wilhelm Lachnit, von der 3. Kunstausstellung ausgeschlossen, 1954 verlor er sein Lehramt. Die Exilwerke wurden zu seinen Lebzeiten nie gezeigt, eine Einzelausstellung kam nicht mehr zustande. Hoffmann zerstörte aus Verzweiflung einen Teil seines Werks und starb am 1.7.1955 vereinsamt in Dresden. Weitere Lebensdaten nennt die Biografie Eugen Hoffmanns.