- 23. Oktober 2005
Woher die Zitate stammen
Den größten Teil der Fußnoten machen Belege aus. Viele führen auf Aussagen der Künstler selbst zurück: Tagebücher von Käthe Kollwitz und Curt Querner, Briefe von Hans Grundig an Lea Grundig, Gespräche wie das von Matthias Flügge mit Walter Libuda im Oktober 1993 oder Notizen von Wieland Förster zu seinem Zyklus „Labyrinth“. Hinzu kommen Monografien und Ausstellungskataloge, etwa der Band „Kunst in der DDR“ der Nationalgalerie von 2003, herausgegeben von Eugen Blume und Roland März, oder die Kataloge des Hauses von 2000 und 2001. Mehrfach stützen sich die Texte auf eigene Gespräche mit Künstlern, so mit Inge Thiess-Böttner 1992 und Wolfgang Leber 1995.
Lebensdaten und Zeitgeschichte
Eine Reihe von Anmerkungen hält biografische Wendepunkte fest. Wilhelm Rudolph verlor 1938 seine Professur an der Dresdner Akademie, die Begründung lautete politische Unzuverlässigkeit. Lucie Prussog wurde ab 1933 wegen ihrer Nähe zu Ernst Barlach meist von Dresdner Ausstellungen ausgeschlossen, mehr dazu im Porträt Lucie Prussog. Von Eugen Hoffmann bildete der Katalog zu „Entartete Kunst“ 1937 die Skulptur „Joseph und Potiphars Weib“ ab, neben Werken von Heckel, Kirchner, Schmidt-Rottluff und Christoph Voll.
Karl Völker gehörte der Novembergruppe an und initiierte 1918/19 die Hallische Künstlergruppe mit. Für die Internationale Arbeiterhilfe entstand 1924 eine Grafikmappe, zu der neben Völker auch Käthe Kollwitz, Heinrich Zille, George Grosz, Otto Nagel und Otto Dix Blätter beitrugen. Die 1928 gegründete Assoziation Revolutionärer Bildender Künstler Deutschlands, kurz ASSO, wird zweimal erläutert. Max Lachnit absolvierte von 1915 bis 1919 eine Tischlerlehre und entwarf Möbel für die Werkstätten in Hellerau. Sein Name führte oft zu Verwechslungen mit seinem Bruder, dem Maler Wilhelm Lachnit (1899–1962).
Gerhard Altenbourg fand zunächst im Westen Beachtung. Die West-Berliner Galerie Springer richtete ihm 1952 die erste Einzelausstellung aus. Erst 1957 zeigte ihn Altenburg als ersten Ort in der DDR, und 1959 nahm er an der Kasseler documenta II teil.
Werke und Werkgruppen
Einige Fußnoten beschreiben Werke ausführlicher. Zu Dieter Tucholke werden drei Zyklen genannt: „Nashörner“ von 1976/77 nach dem Stück von Eugène Ionesco, die Preußenmappe von 1980/81 und, aus dem Jahr 1987, den Totentanz „Die Nacht hat 12 Stunden“. Weiteres dazu bietet das Porträt Dieter Tucholke. Von Roger Loewig werden unter anderem der „Jüdische Zyklus“ (1965, elf Lithografien), die „Schandmale“ (1962–64) und „Im Sumpfland“ (1966) aufgezählt. Gil Schlesinger wird als Vaterfigur vieler jüngerer Künstler beschrieben.
Auch Hinweise auf den Bestand des Hauses finden sich hier. Von Clemens Gröszer besitzt die Sammlung die Ölbilder „Akt Gerrit S.“ (1982) und „Bildnis Sabine Knorn“ (1983), von Wieland Förster den Zementguss „Kleiner trauernder Mann“ von 1973/75. Hermann Glöckner (1889–1987) wird als Beispiel für ein konstruktiv-lyrisches Lebenswerk angeführt. Zur Künstlergruppe um Michael Morgner nennt eine Anmerkung die Mitglieder Dagmar Ranft-Schinke, Thomas Ranft, Gregor-Torsten Kozik und Carlfriedrich Claus.
Die letzte Anmerkung gilt Carsten Nicolai. Er arbeitet mit sogenannten SPINS, Tönen aus Radiorauschen, technischen Signalen und Sprache, die er zu Schleifen verbindet und im Stadtraum oder in Ausstellungen einsetzt. 1997 war er damit auf der documenta X in Kassel vertreten, ein Logo aus seiner Bildwelt markierte dort die Standorte der Klänge.