- 31. August 2026
„Strategie und Lapsus“: Bild, Zeichen, Schrift im Festsaal
Zur Kurzen Nacht der Frankfurter Museen 2006 zeigte das Museum Junge Kunst im Festsaal der Rathaushalle die Installation „Strategie und Lapsus“ von Matthias Geitel (Erfurt/Berlin) und Michael Geyersbach (Weimar/Berlin). Das Programm der Nacht nennt sie unter dem Stichwort „Bild-Zeichen-Schrift – Installation“, und das beschreibt die Arbeitsweise beider Künstler genau: Zeichnung, Wandmalerei, Foto- und Textarbeiten greifen ineinander, das geschriebene Wort wird zum Bild und das Bild zum Zeichen. Geitel und Geyersbach arbeiten seit Mitte der neunziger Jahre immer wieder gemeinsam; Matthias Geitel, Jahrgang 1962, hatte das Museum bereits 1994 in der Ausstellung „Junge Künstler aus Thüringen“ gezeigt und 2010 in „Tendenz abstrakt“ aus der Sammlung.
In der Sammlung
Mit einem Werk gehört Michael Geyersbach zum Bestand des Museums. Das Jahresprogramm 2017 führt ihn in der Liste der Künstlerinnen und Künstler der Sammlung, und 2016 war seine Arbeit in der Rathaushalle zu sehen, als das Museum unter dem Titel „HERZ HAUS MESSER KREUZ“ Werke aus dem eigenen Besitz miteinander ins Gespräch brachte: kryptische Zeichen neben Farbfeldmalerei, Hermann Glöckners konstruktive Formen neben dem zeichenhaften Expressionismus von Paetrick Schmidt und Heinz Schmöller. Der Ausstellungstext nennt Geyersbach in einer Reihe mit Christiane Wartenberg, Gil Schlesinger und Horst Sagert, deren Arbeiten zwischen Bild und Schrift stehen.
Druckgrafik 2009
Im Januar 2009 zeigte das Museum die Ausstellung „Deutsche Druckgrafik 1883 bis 2006“. Zu den Künstlerinnen und Künstlern, denen die Ausstellungsseiten damals eigene Texte widmeten, gehörten neben Michael Geyersbach Käthe Kollwitz, Hans Grundig, Wilhelm Rudolph, Michael Morgner, Baldwin Zettl, Moritz Götze und Birgit Brenner. In dieser Reihe, die vom späten 19. Jahrhundert bis in die Gegenwart reichte, standen Geyersbachs Blätter mit Schrift und Zeichen am jüngeren Ende: Druckgrafik, die den Satz als Bild behandelt.
Weimar, Erfurt, Berlin
Außerhalb Frankfurts ist Michael Geyersbach vor allem in Thüringen präsent. In der ACC Galerie Weimar war er 1997/98 an der Gruppenausstellung „Der rettende Engel“ beteiligt, in der er, so der Ausstellungstext, „abwesenden Engeln ein Frühstück mit zehn Geboten“ servierte. 2002 richtete er in der Vitrine der Edition Sutstein „Kafkas zerkratzte Fenster“ ein: hundert Zeichnungen und Sprüche im Postkartenformat, getextet, gezeichnet, eingeschweißt und installiert. Die Arbeit mit dem gefundenen und dem selbst gesetzten Satz, mit Kalauer und Sinnspruch, zieht sich durch sein Werk bis zu den Installationen, die er mit Matthias Geitel entwickelt.