- 10. August 2026
Aus dem Grußwort
Holtmann schrieb sein Grußwort für die bevorstehende Eröffnung; die Chronik des Museums gibt Auszüge daraus wieder. Im Kern hob er hervor, Frankfurt (Oder) dürfe auf ein Haus stolz sein, das sich der zeitgenössischen Kunst zuwende, statt allein Vergangenes zu bewahren, und das seit Jahren gezielt junge Besucher anspreche. Aus seiner Sicht hatte sich das Museum damit zu einer Stätte dauerhafter kultureller Bildung entwickelt.
Den Umgang mit Kunst beschrieb Holtmann als Weg, sich selbst besser kennenzulernen, offen für Unbekanntes zu werden und nach Antworten auf Fragen zu suchen, für die es noch kein Vorbild gibt. Genau dafür, so sein Fazit, schaffe das Museum ein Umfeld, das Kreativität fördere.
Quelle: Katalog „eigenWilligkeit“, Dresden 2013, 70 Seiten, Grußwort auf S. 5; Auszüge in der Chronik des Museums, Anmerkungen 53 und 54.
Die Stiftung und das Format „eigenWilligkeit“
Die Ostdeutsche Sparkassenstiftung ist die gemeinsame Kulturstiftung der Sparkassen im Gebiet des Ostdeutschen Sparkassenverbandes. Für das Museum Junge Kunst war sie seit Jahren Partnerin: Zusammen mit dem Förderverein und der Sparkasse Oder-Spree finanzierte sie die großen Katalogbücher der Sammlung, darunter den Museumskatalog 2012, und gab dem Haus Werke als Dauerleihgabe, etwa Via Lewandowskys Installation „Hoffnung ist des Lebens Stab“, die 2006 in der Ausstellung „Männerbilder 1945–2005“ zu sehen war.
Mit „eigenWilligkeit“ kam 2013 ein neues Format hinzu, das die Direktorin Brigitte Rieger-Jähner vorgeschlagen hatte und dem die Stiftung zustimmte: alle zwei Jahre eine Ausstellung von fünf Künstlern unter vierzig Jahren aus Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern in der Rathaushalle und im Festsaal, verbunden mit dem Ankauf je eines Werkes als Dauerleihgabe für die Sammlung. Die erste Ausgabe kuratierte Armin Hauer mit Paetrick Schmidt, Sebastian Reddehase, Lars Kohl, Enrico Niemann und Stefan Lenke; sie lief vom 27. Januar bis 31. März 2013 und entstand in Kooperation mit der Sparkasse Oder-Spree.
Claus Friedrich Holtmann
Claus Friedrich Holtmann wurde am 30. Juli 1949 in Krefeld geboren. Nach einer Ausbildung bei der Stadtsparkasse Krefeld und dem Studium der Betriebswirtschaft in Münster arbeitete er in der Prüfung des Sparkassenverbandes in Niedersachsen, kam 1990 nach Berlin und baute beim Ostdeutschen Sparkassen- und Giroverband die Prüfungsstelle auf. 1999 wurde er Verbandsgeschäftsführer, von Januar 2007 bis Ende Mai 2013 war er Geschäftsführender Präsident des Ostdeutschen Sparkassenverbandes. In dieser Zeit stand er auch dem Vorstand der Ostdeutschen Sparkassenstiftung vor. Er starb am 30. Oktober 2013 in Potsdam, wenige Monate nach dem Ende der Ausstellung, zu der er das Grußwort geschrieben hatte.