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    Richard K. H. Burkart: „Hommage à C.D. Friedrich“ aus der Kassette Romantics

    Aus der Kassette Romantics stammt das Blatt „Hommage à C.D. Friedrich“, das Richard K. H. Burkart (Jahrgang 1950) zwischen 1996 und 1998 in Mischtechnik auf handgeschöpftem Papier schuf. Es misst 58 x 42 cm, trägt keine Bezeichnung und gelangte 2002 in die Frankfurter Sammlung. In der Ausstellung „Arbeiten auf Papier“ 2005/06 stellte Armin Hauer das Werk vor.

    • 23. Oktober 2005

    Eine Schenkung

    Das Blatt gehört zu einer umfangreichen Schenkung, die das Museum etwa drei Jahre vor der Ausstellung erhalten hatte. Neben mehreren aufwendig gefertigten Romantics-Kassetten mit Collagen umfasste sie großformatige Gemälde, ein „Zeitungsobjekt“ und die lebensgroße Objektgruppe „THE FAMILY I – IV“. Burkarts Auseinandersetzung mit der Romantik und ihren widersprüchlichen Zeitströmungen reicht bis in die 1980er Jahre zurück.

    1971 war Burkart aus Bayern nach Westberlin gegangen. Bis 1980 studierte er dort, unter anderem an der Westberliner Hochschule der bildenden Künste, wo er Meisterschüler des Informel-Malers Fred Thieler (1916–1999) wurde; daneben belegte er Germanistik. Gegen Ende der Achtziger begann er, Wort und Idee mit Malerei, Papierarbeiten und Objekten zusammenzuführen. Die Biografie nennt die Stationen im Einzelnen.

    Informel als Fundstück

    Die im Studium erlernte informelle Malweise setzt Burkart wie ein gefundenes Material in neue Zusammenhänge. Über getropfte, gespritzte und schlierige Farbschichten schreibt er Worte wie „ZEN“, „Out off Eden“ oder „gut – wahr – schön“, oder er montiert Dinge des Alltags darauf: Bücher, Zeichengerät, Zeitungsausschnitte, Kitschbilder. Die beiden Ebenen bleiben getrennt; nach Hauers Lesart fügen sie sich erst in der Vorstellung des Betrachters zusammen.

    Seine hochformatigen Bilder legt er oft als Triptychen oder mehrteilige Tafeln an. Der Text erkennt darin Anklänge an die horizontal geschichtete Bildordnung der Romantik und an mittelalterliche Wandelaltäre. Auch die farbig gefassten Skulpturen wecken Assoziationen an neugotische Turmentwürfe, Pagoden, Schreine, Monstranzen oder Kulissen für Science-Fiction-Filme, die Burkart häufig gleich wieder ironisch bricht.

    Romantik als Weltsicht

    Motive romantischer Gemälde greift Burkart kaum auf. Ihn beschäftigt eher deren Blick auf die Welt, wie das Caspar David Friedrich (1774–1840) gewidmete Blatt zeigt. Vor allem bezieht er sich auf Literatur und Philosophie jener Umbruchszeit, in der Revolutionen und Kriege eine politische Neuordnung erzwangen, alte Hierarchien zerfielen, Technik und Industrie aufkamen und der Einzelne seinen Halt verlor. Die Spannung zwischen Gefühl und Verstand hält der Text für das vielleicht zentrale Thema des Künstlers. Zur Erläuterung zieht Hauer Friedrich Nietzsche (1844–1900) heran, der den Tod Gottes in der Schrift „Die fröhliche Wissenschaft“ ausrief.