RegisterOderkunst
  • 7. Februar bis 25. April 2010

Michael Voll: Der „Turm“ aus Pappmaché von 1997

Michael Voll kam über die Architektur zur Kunst. Nach einer Lehre als Betonfacharbeiter studierte er von 1968 bis 1972 an der Weimarer Hochschule für Architektur und Bauwesen und arbeitete bis 1979 als Architekt. Seitdem lebt er in Frankfurt (Oder). Geboren wurde er 1948 in Berlin.

  • 7. Februar 2010

Die frühere Profession prägt seine Bilder. Mit feinem Pinsel malt Voll erfundene Stadtpläne von surrealer Anmutung, auf denen sich Straßen und Häuserzeilen wie wuchernde Flechten über das Land ausbreiten – ein Kommentar zu Zersiedelung und Naturzerstörung.

In diesen zivilisationskritischen Zusammenhang stellte der Begleittext auch den „Turm“ von 1997, eine 2,20 Meter hohe Säule aus Pappmaché. Sie ist seriell aufgebaut: Runde Pappscheiben unterschiedlicher Größe liegen übereinander, im oberen Drittel gehen sie in Vierecke über, und ganz oben schließt ein rotes Quadrat ab. Der Text erinnerte an den Turmbau zu Babel, das biblische Bild menschlicher Selbstüberhebung, ließ aber andere Lesarten ausdrücklich offen. Die Arbeit war eine Leihgabe der Galerie Witzleben in Petersdorf und stand 2010 in der Ausstellung „Tendenz abstrakt“.