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Johanna Bartl: Die Bodeninstallation „ZEIT-RAUM“ im Festsaal, 1996

Die 1956 in Thüringen geborene Johanna Bartl studierte von 1977 bis 1982 an der Leipziger Hochschule für Grafik und Buchkunst und arbeitete danach freischaffend in Tylsen in der Altmark. Seit 1994 lebt sie in Dessau. Anfang der Neunzigerjahre ließ sie die klassische Zeichnung hinter sich und wandte sich Arbeiten im Raum zu, in denen Sprache, Schrift und empfindliche Materialien die Hauptrolle spielen.

  • 2. September 2007

Für den hochgotischen Festsaal entwarf sie 1996 die Bodeninstallation „ZEIT-RAUM“. Neunundzwanzig Platten aus Acrylglas, jede 148 × 40 cm groß, trugen aufgedruckte Wörter wie „umkehr“, „gehen“, „vergessen“ und „wiederkehr“. Rechtwinklig und mit Abstand auf dem grauen Boden verteilt, gliederten sie den Saal und brachten Besucher dazu, stehen zu bleiben und den Raum abzuschreiten. Wandel und Vergänglichkeit sind wiederkehrende Motive ihrer zeitlich begrenzten Eingriffe.

Seit dem Ankauf 2005 gehört die Arbeit zur Sammlung. In der Ausstellung „1980–2005. Objekte, Skulpturen, Installationen“ von 2007 lagen die Platten still: Die Wörter blieben lesbar, setzten aber keine Bewegung mehr in Gang. Der Begleittext deutete das als Verlagerung vom Gehen ins Erinnern.