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Polnische Grafik in Frankfurt an der Oder: von den Präsentationen aus Zielona Góra bis zur Sammlung von 441 Blättern

Frankfurt (Oder) liegt an der Grenze, und das Museum Junge Kunst hat seit 1972 jedes Jahr Kunst von der anderen Seite der Oder gezeigt. Aus den Präsentationen der Wojewodschaften Zielona Góra und Gorzów wurden nach 1990 Grafikausstellungen aus Łódź, Krakau, Warschau und Poznań, und aus den Ausstellungen wurde ab 1991 eine eigene Sammlung polnischer zeitgenössischer Druckgrafik, die 441 Blätter umfasst.

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  • 27. August 2026
  • Aktualisiert 27. August 2026

1972 bis 1990: die Wojewodschaften

Die Chronik des Museums datiert den Beginn auf 1972. Die Galerie Junge Kunst bestritt damals jährlich bis zu zehn wechselnde Schauen über Künstler des Bezirks sowie über Geschichte und Politik. Hinzu kam einmal im Jahr eine Ausstellung aus dem Nachbarland: Zwischen 1972 und 1976 stammten die Arbeiten aus der Wojewodschaft Zielona Góra, zwischen 1977 und 1990 aus Gorzów. Die beiden Wojewodschaften waren die Nachbarn des Bezirks Frankfurt (Oder) jenseits der Grenze.

Nach 1990: Grafik aus den großen Städten

Mit dem Ende der DDR blieb die Reihe bestehen, änderte aber ihren Charakter. Laut Chronik ging es nun um zeitgenössische, auch kontroverse Arbeiten aus ganz Polen; kuratiert hat sie durchweg der stellvertretende Direktor Armin Hauer. 1992 folgte „Grafik aus Łódź“, Partner war die Staatliche Kunstgalerie Łódź, und im selben Jahr eine Teilübernahme der Biennale der polnischen sakralen Kunst aus Gorzów. Die Jahresprogramme verzeichnen die folgenden Stationen im Kabinett: vom 5. August bis 3. Oktober 1993 „Grafik aus Krakow“ mit elf Grafikern der Region, darunter Jacek Gaj, Janina Kraupe, Jerzy Panek und Jacek Sroka; „12 Künstler/innen aus der Stadt Warschau“, zu sehen vom 24. Februar bis 1. Mai 1994, von Halina Chrostowska bis Edward Dwurnik und Marek Jaromski; vom 23. März bis 28. Mai 1995 „Grafik aus Poznań“ mit Jan Berdyszak, Izabella Gustowska, Wojciech Müller, Krystyna Piotrowska und anderen.

Das Beste aus diesen Ausstellungen fand ab 1991 Eingang in die Sammlung polnischer zeitgenössischer Grafik. Sie umfasst 441 Blätter, und die Seite über das Haus nennt sie neben der Kunst aus dem Osten Deutschlands als zweiten Schwerpunkt des Bestands. 2004 musste das Sammeln eingestellt werden, weil sich keine Sponsoren mehr fanden; die Sammlung blieb, wie die Chronik es formuliert, ein Bereich, in dem Erfolg und Niederlage dicht beieinanderlagen.

Der Packhof und die Galeria BWA

Nach 2003, dem Jahr, in dem die jungen Positionen vom Kabinett in den Packhof zogen, war die polnische Kunst im Programm nicht mehr nur Grafik. Die Chronik zählt auf: 2003 „Raster“, aktuelle Kunst aus Polen mit der Gruppe Azorro, Rafał Bujnowski und Marcin Maciejowski in Zusammenarbeit mit dem Kurator Ryszard Górecki und der Galerie Raster in Warschau; 2005 das „Wunderteam“ aus Poznań; 2007 Basia Bańda, Hubert Czerepok und Przemysław Matecki mit Malerei, Fotografie und Video; 2008 die Gruppe Sędzia Główny mit Karolina Wiktor und Aleksandra Kubiak aus Warschau; und vom 16. Juli bis 20. September 2009 „Positionen der polnischen Gegenwartskunst“ aus der Sammlung des Vereins Lubuska Zachęta in Zielona Góra. Partner in diesen Jahren war Wojciech Kozłowski, Direktor der Galeria BWA Zielona Góra.

Ab 2010 lief der Austausch in beide Richtungen: Zusammen mit Kozłowski zeigte Armin Hauer in Zielona Góra Frankfurter Sammlungsbestände, ergänzt um Leihgaben. Die Stadt, mit der 1972 alles begonnen hatte, war damit vierzig Jahre später wieder der Partner, nur dass jetzt Frankfurter Sammlungsstücke über die Oder reisten. Die Jahresprogramme der neunziger Jahre, auf denen dieser Beitrag beruht, nennen die Grafiker aus Krakau, Warschau und Poznań mit Geburtsjahr, von Jerzy Panek, Jahrgang 1918, bis Henryk Ożóg, Jahrgang 1965: fast ein halbes Jahrhundert polnischer Druckgrafik, in drei Frühjahren und Sommern im Kabinett in der Heilbronner Straße.

Fragen zur polnischen Grafik im Museum Junge Kunst

Seit wann zeigte das Museum polnische Kunst?

Seit 1972 jedes Jahr: von 1972 bis 1976 aus der Wojewodschaft Zielona Góra, von 1977 bis 1990 aus Gorzów, nach 1990 Grafik aus Łódź, Krakau, Warschau und Poznań und ab 2003 aktuelle polnische Kunst in Zusammenarbeit mit Kuratoren aus Warschau und Zielona Góra.

Wie groß ist die Sammlung polnischer Grafik?

441 Blätter zeitgenössischer Druckgrafik, gesammelt ab 1991 aus den jährlichen Ausstellungen. 2004 musste das Sammeln eingestellt werden, weil sich keine Sponsoren mehr fanden.

Welche Grafikausstellungen liefen im Kabinett?

„Grafik aus Krakow“ mit elf Grafikern vom 5. August bis 3. Oktober 1993, „12 Künstler/innen aus der Stadt Warschau“ vom 24. Februar bis 1. Mai 1994 und „Grafik aus Poznań“ vom 23. März bis 28. Mai 1995, alle kuratiert von Armin Hauer.

Wer war der Partner in Zielona Góra?

Wojciech Kozłowski, Direktor der Galeria BWA Zielona Góra. Mit ihm entstanden die Ausstellungen von 2007 bis 2009 in Frankfurt (Oder), und ab 2010 brachte Armin Hauer Werke aus dem Frankfurter Bestand für eigene Ausstellungen in die Galeria BWA.