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    Lutz Friedel: Maler und Bildhauer zwischen Leipzig und Berlin

    Lutz Friedel wurde 1948 in Leipzig geboren und lernte zunächst Tiefdruckätzer; nebenher besuchte er die Abendakademie der Leipziger Kunsthochschule. Sein Malereistudium begann er 1968 in Dresden bei Gerhard Kettner und Herbert Kunze, wechselte 1970 nach Leipzig und schloss dort 1973 in der Grafikklasse von Heinz Wagner ab.

    • 6. April 2008

    Ausreise aus der DDR

    Nach Armeedienst und einem Jahr als Maler in Wismar ging Friedel 1977 als Meisterschüler zu Bernhard Heisig an die Akademie der Künste in Berlin und arbeitete in einem Atelier des früheren Akademiebaus am Pariser Platz. Es entstanden großformatige Stadtbilder wie das Polyptychon „Vom Zusammenstoß der Rolltreppen“ und „Warten auf Grün“. Als 1982/83 sein Triptychon „Vom Untergang der Titanic“ aus politischen Gründen aus der Ausstellung „Berliner Kunst“ genommen wurde, stellte er einen Ausreiseantrag. Im Wartejahr malte er unter anderem zwanzig Bilder mit Flugzeugen über Berlin und Selbstbildnisse als Hofnarr nach Velázquez.

    Neubeginn im Westen

    1984 zog Friedel nach Frankfurt am Main, ein Jahr später nach Berlin-Kreuzberg. 1991 schuf er seine ersten Kopfskulpturen auf Rügen, bei dem Holzbildhauer Werner Kratzsch; ab 1992 arbeitete er in einem umgebauten Haus im Havelland intensiv bildhauerisch. 1994 erhielt er ein Stipendium des Deutschen Kulturfonds, nach Italienreisen erschien das Malerreisebuch „intermezzi“. Ab 2001 waren seine Köpfe in einer Ausstellungsreihe in deutschen Kirchen zu sehen. Das Museum zeigte ihn 2006 auch in der Sammlungsschau „Männerbilder 1945–2005“.