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    Johannes Wüsten (1896–1943): Kupferstecher aus Görlitz

    Johannes Wüsten wurde 1896 in Heidelberg geboren; schon 1897 zog die Familie nach Görlitz, wo er das Gymnasium besuchte. 1912 begann er eine Tischlerlehre, 1914 erhielt er bei Otto Modersohn in Worpswede eine malerische Grundausbildung.

    • 23. Oktober 2005

    1916 wurde er eingezogen, 1918 ging er nach Hamburg und gründete dort 1919 die „Hamburgische Sezession“ mit, deren Vorstand er angehörte. 1922 kehrte er nach Görlitz zurück. Von 1923 bis 1925 bestand seine Werkstatt für Keramik und Fayence, die „Seidenberger Manufaktur Bellermann und Wüsten“. 1925 übernahm er den Vorsitz der „Görlitzer Künstlerschaft“, 1926 gründete er die Görlitzer Malschule und leitete deren Grafikklasse. Ab 1927 widmete er sich dem Kupferstich; bis 1933 entstanden rund 70 Stiche.

    1932 trat Wüsten der KPD bei. Nach Kriegsbeginn 1939 wurde er in Marolles-par-Fossé, Villerbon und St. Nazaire interniert, ab Juli 1940 lebte er illegal in Paris und erkrankte Ende des Jahres an Scharlach und einer Nierenentzündung. 1941 verhaftete ihn die Gestapo in einem Pariser Militärlazarett. Der „Volksgerichtshof“ verurteilte ihn 1942 zu 15 Jahren Zuchthaus, die er in Brandenburg-Görden verbüßen sollte; 1943 starb er dort im Lazarett an Tuberkulose. Sein Kupferstich „Der Seeteufel“ von 1931 kam 1970 in die Frankfurter Sammlung (Werkseite).