- 10. November 2004
Anlass der Schau war eine Schenkung: Burkart hatte dem Museum zwei Jahre zuvor Arbeiten angeboten, und der stellvertretende Leiter Armin Hauer zeigte sich laut Zeitung von ihrer Qualität überrascht. Die Ausstellung verstand sich als Dank dafür.
Der damals 54-jährige Burkart, ausgebildeter Kunstpädagoge, beschäftigte sich seit rund zwanzig Jahren mit religiösen und sozialutopischen Begriffen, vor allem aus der Romantik, die er in Wort und Bild neu deutet. Seine großformatigen, mehrschichtigen Blätter variieren ein festes Schema: Mal dominieren dunkle Erdfarben, mal grelle Kontraste, mal Papierfetzen oder gemalte Wörter. In der Mitte hängt jeweils eine Schnur mit Zeitungsausschnitten, geschnitzten Zeichen oder einem gerahmten Buchdeckel, mit der der Künstler sein Bild selbst kommentiert.
Zu sehen waren außerdem vorwiegend hölzerne Skulpturen. Der „Versuch zur Blauen Blume“ greift das Motiv auf, das auch Novalis verwendete, und baut aus zahllosen kleinen Puzzleteilen ein nach oben schmaler werdendes Gebilde. Manche Arbeiten führte Burkart nach dem Bericht auf eigene Erfahrungen am sozialen Rand zurück.
Die Rezensentin hielt fest, dass nicht alles ganz aufgehe und vieles an Emil Schumacher oder an Burkarts Lehrer an der Berliner Hochschule der bildenden Künste, Fred Thieler, erinnere, was der Künstler selbst einräumte. Hauer dagegen hob die Assoziationsketten hervor, die die Bilder auslösen. Die Eröffnung war für einen Sonntag um 11 Uhr angesetzt.