- 26. März 2006
Eine Wohngemeinschaft der Kunst
Die Gruppe hatte sich 1995 in Erfurt gegründet. Ihre Mitglieder arbeiteten sehr verschieden, teilten aber den Anspruch, mit Kunst über den Kunstbetrieb hinaus zu wirken, Unruhe zu stiften und gesellschaftliche Wunden zu treffen. Als mögliche Vorbilder nannte Hauer DADA, Martin Kippenberger, die Band „Die tödliche Doris“ und die in den 1990er Jahren wieder aufkommende Hoffnung auf politische Kunst. Einen gemeinsamen Stil gab es nicht; wie in einer WG verständigte man sich auf einen Rahmen, in dem jeder seinen Weg ging. Mitglieder kamen hinzu und schieden wieder aus.
In Frankfurt ging es um eine Bestandsaufnahme des Lebens in der Bundesrepublik. Wolfgang Harth beschrieb das Konzept als Blick auf gegensätzliche Wertvorstellungen in einem vermeintlichen Paradies: Selbst in liberalen, toleranten Gemeinschaften entstünden fanatische und totalitäre Haltungen, viele Kämpfe seien Schaukämpfe der Wohlstandsgesellschaft, und in schlechten wirtschaftlichen Zeiten verschärfe sich die Spaltung. Hauer wies darauf hin, dass kaum jemand den sprichwörtlichen Halbsatz mit Jesus in Verbindung bringe.
Arbeiten und Beteiligte
Carlo Bansini, mit bürgerlichem Namen Carsten Sturm, steuerte die fünfteilige Fotoserie „Plastic Horses“ und die Digitalfotografie „Lilly's Traum“ (2005) bei. Von Wolfgang Harth stammte das Ölbild „Ich war dabei“ (2005), von Gunther Lerz die Arbeit „Shaman“. Verena Kyselka zeigte „Scooter“ (2004/05, Aquarell und Grafit), ein Blatt der Reihe „far from Chiang Kai-Shek“, Thomas Nicolai eine „Vanitas“ von 2005 aus verschiedenen Materialien.
Mitglieder der Gruppe
- Carlo Bansini (Carsten Sturm), Erfurt, Jahrgang 1962
- Wolfgang Harth, Berlin, Jahrgang 1962
- Verena Kyselka, Erfurt, Jahrgang 1957
- Gunther Lerz, Erfurt, Jahrgang 1960
- Thomas Nicolai, Erfurt, Jahrgang 1964