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  • Rathaushalle / Festsaal
  • 24. Mai bis 2. August 2009

Männer und Macht: Anton von Werner und Moritz Götze in der Rathaushalle, 2009

Bismarck, Kronprinz Friedrich Wilhelm und die Kaiserproklamation von Versailles – einmal gemalt im Kaiserreich, einmal im 21. Jahrhundert. Unter dem zweiteiligen Titel „Männer und Taten“ und „Männer und Macht“ stellte das Museum vom 24. Mai bis 2. August 2009 in Rathaushalle und Festsaal am Marktplatz 1 Gemälde von Anton von Werner (1843–1915) neben Arbeiten von Moritz Götze (1964). Werners Bilder kamen als Leihgaben aus Privatbesitz.

  • 24. Mai 2009

Bildpaare über mehr als ein Jahrhundert

Die Schau war als direkter Dialog angelegt. Aus Werners „Saarbrücker Rathauszyklus“ von 1880 stammten die Bildnisse des Kronprinzen Friedrich Wilhelm, des Fürsten Bismarck und Victorias; Götze antwortete darauf mit eigenen Fassungen von 2006 und 2007. Werners 1894 gemalte Szene aus dem Etappenquartier vor Paris, die den 24. Oktober 1870 festhält, begegnete Götzes „Im Etappenquartier“ von 2007. Das bekannteste Motiv, Werners Wandbild der Kaiserproklamation vom 18. Januar 1871 für die Ruhmeshalle des Berliner Zeughauses (1882), fand sein Gegenstück in Götzes „Kaiserproklamation in Versailles“ ebenfalls von 2007.

Kuratiert hatte die Ausstellung Brigitte Rieger-Jähner. In ihrer Einführung führt sie die Unterschiede zwischen den Malern auf ihre Zeit zurück – geprägt der eine im Kaiserreich, der andere in der Bundesrepublik – vor allem aber auf ein verschiedenes künstlerisches Temperament. Werner erscheint dort als zwiespältige Figur: handwerklich glänzend und von beinahe fotografischer Genauigkeit, zugleich ein Maler, der politische Vorgaben seiner Gegenwart erfüllte. Götze dagegen nähere sich den Bildzeugnissen der Geschichte ohne politische Absicht und ohne Pathos, aus sinnlicher Neugier.

Die Lebensläufe beider Künstler sind in einer eigenen Biografie zusammengestellt. Eröffnet wurde die Ausstellung am 24. Mai 2009 in der Rathaushalle. Gefördert wurde sie vom Brandenburger Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur und von der Stadt Frankfurt (Oder), unterstützt außerdem von der Muldenthaler Emaillierwerk GmbH in Penig und der Galerie Tammen in Berlin.