- 27. Oktober 2013
Rathaushalle und Festsaal
Von Ende Oktober 2013 bis Ende Januar 2014 lief „Entartete Kunst“ – Angriff auf die Moderne. Die Blätter gehörten dem Kulturhistorischen Museum Rostock, dessen Bestand aus dem sogenannten Böhmer-Nachlass mehr als 600 Arbeiten zählt – so viele hält kein anderes deutsches Museum, überwiegend Werke der Klassischen Moderne. 1937 waren sie auf gesetzlicher Grundlage aus deutschen Museen entfernt worden und sollten verkauft oder vernichtet werden. Die gesamte Aktion umfasste 21.000 Werke; unter demselben Titel lief 1937 eine diffamierende und zugleich publikumsstarke Ausstellung.
Für „Die Sprache der Dinge“ wählte Armin Hauer Stillleben von 59 Künstlerinnen und Künstlern aus dem Bestand, von Fritz Duda und Ernst Hassebrauk über Wolfgang Mattheuer und Bernhard Heisig bis zu Olaf Nicolai und André Tempel. Zu sehen waren etwa Hassebrauks „Tod mit Meißner Vase“ (1946), Volker Stelzmanns „Stillleben mit Biothermlampe“ (1972) und Lutz Fleischers Collage „Schnabelkerf“ (1989).
Zum 110. Geburtstag Salvador Dalís (1904–1989) zeigte die Halle unter dem Titel „Weiche Schädel und Schädelharfe“ rund 300 Aquarelle, Zeichnungen und Druckgrafiken zur Weltliteratur aus der Bamberger Sammlung Richard H. Mayer. Dalí verfasste über 200 Schriften, dazu Drehbücher, einen Roman und eine Autobiografie; seine Illustrationen verstand er als „paranoia-kritische“ Neudeutung literarischer Klassiker.
PackHof
Georg Weise, Jahrgang 1973, eröffnete die Reihe mit „Erste Liebe“: Bilder, Zeichnungen und Plastiken mit von Masten zerschnittenen Himmeln, Teerblumen, androgynen Torsi und Jungen an der Schwelle zum Erwachsensein. Günter Neubauer von Knobelsdorff aus Frankfurt (Oder) folgte mit Oderlandschaften in Öl und Aquarell sowie einer Bild-Licht-Performance; er hatte 1969 sein Studium in Berlin-Weißensee beendet.
Marc Fromm aus Halle zeigte unter dem Titel „Saus und Braus“ Holzskulpturen und Reliefs, darunter ein überdimensionales Esstablett mit verschneiten Bergen zwischen einem Double-Whopper und einem Fast-Food-Logo. Vier Künstler aus Zielona Góra, die am dortigen Institut für Visuelle Künste lehren, präsentierten Installationen, Malerei und Zeichnungen, ohne einen gemeinsamen Gruppenstil zu verfolgen; die Ausstellung entstand mit der Galeria BWA. Zum Jahresende stellten die Berliner DAG und Peter K. Koch Malerei und Objekte aus. DAG war 15 Jahre zuvor im Kabinett gemeinsam mit Jim Avignon zu sehen gewesen und arbeitete inzwischen mit reduzierten Formen wie Punkt, Raute und Dreieck.
Termine 2014
- 27. Okt. 2013 – 26. Jan. 2014: „Entartete Kunst“ – Angriff auf die Moderne (Rathaushalle)
- 23. Febr. – 29. Juni und 23. Nov. 2014 – 1. Febr. 2015: Die Sprache der Dinge, Stillleben aus der Sammlung (Rathaushalle)
- 29. Juli – 19. Okt. 2014: Salvador Dalí, Weiche Schädel und Schädelharfe (Rathaushalle)
- 24. Nov. 2013 – 26. Jan. 2014: Georg Weise, Erste Liebe (PackHof)
- 16. Febr. – 20. Apr. 2014: Günter Neubauer von Knobelsdorff, Landschaft – Sichtbarkeit des Unsichtbaren (PackHof)
- 11. Mai – 27. Juli 2014: Marc Fromm, Saus und Braus (PackHof)
- 14. Aug. – 12. Okt. 2014: Wir bitten um Ihre Aufmerksamkeit / Prosimy o uwagę, mit Radosław Czarkowski, Agnieszka Graczew-Czarkowska, Paulina Komorowska-Birger und Alicja Lewicka (PackHof)
- 2. Nov. 2014 – 11. Jan. 2015: DAG und Peter K. Koch, Malerei und Objekte (PackHof)
- 18. Jan. – 13. Dez. 2014: Lutz Friedel, Vorbilder – Nachbilder – Gegenbilder (Gastausstellung im Landtag Brandenburg, Potsdam)
- ab 1. Aug. 2014: Marc Fromm, Saus und Braus (Gastausstellung in der Galeria BWA, Zielona Góra)
- 12. Sept. 2014: Kurze Nacht der Frankfurter Museen
Die Potsdamer Schau mit Malerei und Holzskulptur von Lutz Friedel war die erste Schau, die im neuen Landtag Brandenburg zu sehen war; kuratiert hat sie Brigitte Rieger-Jähner. Frühere Jahrgänge verzeichnet das Ausstellungsarchiv.