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  • Rathaushalle
  • 4. August bis 10. November 2002

Frauen-Bilder aus der DDR: Sammlungsausstellung in der Rathaushalle, 2002

Vom 4. August bis 10. November 2002 galt die jährliche Sammlungspräsentation in der Rathaushalle einem Thema, das bis dahin ausgespart geblieben war: der Frau als Motiv in Gemälden, Grafiken und Skulpturen der DDR. 52 Maler und Bildhauer aus vier Generationen waren vertreten. Der Begleittext stammte von Armin Hauer.

  • 4. August 2002

Eine Sammlung mit Spannweite

Seit 1990 holte das Haus jedes Jahr für etwa drei Monate eigene Bestände in die Rathaushalle, jeweils unter einem neuen Gesichtspunkt. Ein großer Teil der Sammlung entstand zwischen 1945 und 1989. Hauer betont, dass dazu auch Künstler gehören, die sich den Vorgaben des sozialistischen Realismus entzogen und sich an der Moderne und an westeuropäischer Kunst orientierten. Gerade in der figurativen Malerei kehrt das Frauenmotiv beständig wieder, wird aber ganz unterschiedlich gedeutet.

Von Trümmerfrauen bis zur Aktmalerei

Am einen Ende standen die nüchternen Trümmerfrauen von Rudolf Bergander aus den frühen 50er Jahren, daneben das emblematische Bild sozialistischen Mutterglücks der Rostockerin Susanne Kandt-Horn und eine dunkle Plastik von Frank Seidel. Hans Vent war mit Bildern und Skulpturen vertreten, Hubertus Giebe und Lutz Friedel mit expressiven Arbeiten. Die manieristischen Bilder von Heinz Zander und Werner Tübke hingen in der Nähe von Clemens Gröszer, dessen „Bildnis Sabine Knom“ von 1983 zu sehen war.

Ironische Töne setzten Carl Marx, etwa mit „Ist was?“ von 1976, und Albert Ebert. Reinhard Buch und Friedrich B. Henkel arbeiteten in ihren Skulpturen mit blockhaften, archaisch wirkenden Formen, Werner Stötzer und Fritz Cremer steuerten Plastiken zu Innerlichkeit und Leid bei.

Staatskünstler, Vergessene und Künstlerinnen

Auch Namen der offiziellen DDR-Kunst fehlten nicht: Willi Sitte, Wolfgang Mattheuer, Bernhard Heisig mit dem „Bildnis der Mutter“ von 1972, Werner Tübke und Walter Arnold mit der Bronze „Jugend, Baumeister der DDR“ von 1951. Daneben holte die Ausstellung fast vergessene Künstler hervor, etwa den Kokoschka-Schüler Gustav Alfred Müller mit einem Bild kriegsgefangener Frauen von etwa 1948, Max Lachnit mit farbigen Radierungen und die Bildhauerin Lucie Prussog mit Zeichnungen.

Hervorgehoben werden im Text die Beiträge von Ellen Fuhr, Regina Fleck und Carla Woisnitza, deren Bilder ohne den männlich geprägten Blick des Begehrens auskommen. Von Curt Querner stammte das Aquarell „Sitzender Akt“ aus dem Jahr 1965.