- 31. August 2003
Ausbildung und Bildsprache
Ihr Studium an der Dresdner Hochschule für Bildende Künste dauerte von 1991 bis 1997; danach war Wilde zwei Jahre Meisterschülerin von Ralf Kerbach. Ihr formales Repertoire entstand bereits im Studium. Waagerechte und senkrechte Linien gliedern ihre Stadtbilder, die Felder dazwischen füllt sie mit gedämpften Farben, in denen sich gegenüberliegende Fassaden verzerrt oder wellenförmig spiegeln.
Ihr Thema sind Hochhäuser, nicht Parks, verfallene Altbauten oder belebte Innenstädte. Sie rückt so nah an die Gebäude heran, dass von klassischer Vedutenmalerei kaum etwas bleibt. Neben großen Tafelbildern in Acryl und Gouache auf Leinwand, alle ohne Titel und 2003 entstanden, baut sie mannshohe Stelen, die sie mit Klebestreifen strukturiert und „Türme“ nennt.
Die Rauminstallation
In den Ausstellungsräumen verschränkte Wilde Bilder, Türme, Plakate und Klebeband zu einer begehbaren Idealarchitektur. Der Text von Armin Hauer rückte sie in die Nähe des Capriccio, das Wirkliches und Erfundenes mischt, und beschrieb den Besucher als Gulliver in einer menschenleeren Modellstadt. Eine Anspielung auf den 11. September 2001 oder eine Kritik an Brutalismus und Neoliberalismus las er in den Arbeiten ausdrücklich nicht; eher sah er darin eine Erinnerung an aufgegebene Utopien. Die Fotos der Ausstellung machte H.-Peter Maihold. Eine weitere Präsentation der Künstlerin ist unter Eva-Maria Wilde beschrieben.