- 28. Oktober 2007
Der Titel geht auf eine Äußerung der Künstlerin zurück, sie wolle über das Weibliche sprechen, weil sie in einer von Männern bestimmten Welt lebe. In zwei Jahrzehnten entstanden mehr als 16.000 Arbeiten. Die Frankfurter Auswahl zeigte Mütter mit Kindern, Paare und Frauen allein, aber auch Szenen, in denen Frauen dem Mann zu Diensten sind. Männliche Gewaltfantasien deutete Bauer aus feministischer Sicht und im Rückgriff auf Literatur und Kunstgeschichte. Ein weiteres Thema waren Zwang und Kontrolle durch den Staat der DDR und die Ohnmacht des Einzelnen.
Die Kuratorin führte diese Haltung auf die Erziehung durch die alleinstehende Mutter, die Malerin Tina Bauer-Pezellen, und auf Bauers scharfe Beobachtung der Lage von Frauen in den 1970er und 1980er Jahren zurück. Bildträger und Mittel wechselten mit dem Thema. Neben poetischer Sinnlichkeit sah Rieger-Jähner in dem Werk eine kämpferische, mitunter aggressive Auseinandersetzung mit dem Verhältnis der Geschlechter. Ein Beispiel war eine titellose Pinselzeichnung in Tusche von 1987, 100 × 80 cm groß.