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    Kurt Buchwald: Wahrnehmungsstörungen und die „Schwarze Scheibe“

    Kurt Buchwald, 1953 in der Lutherstadt Wittenberg geboren, lebt seit 1982 in Berlin. In STANDPUNKTE II stand sein Objekt „Schwarze Scheibe“ von 2002: Holz, Metall und Farbe, 325 × 372 × 70 cm, mit einer ovalen Öffnung. Herr Haupt schenkte es 2007 dem Museum.

    • 20. Juli 2008

    Buchwalds Weg zur Kunst verlief über die Technik. 1972 lernte er Instandhaltungsmechaniker und legte dabei das Abitur ab, 1976 folgte ein Studium zum Ingenieur an der Technischen Hochschule in Karl-Marx-Stadt. Ab 1979 fotografierte er künstlerisch und veranstaltete Aktionen, 1986 trat er dem VBK bei und arbeitete freischaffend. 1989 wurde er Meisterschüler von Lothar Reher an der Berliner Akademie der Künste. Mehr zu ihm bietet eine weitere Biografie.

    Seit den frühen Achtzigern irritiert er Passanten und Behörden mit gezielten Eingriffen in das städtische Sehen. 1993 gründete er dafür das Amt für Wahrnehmungsstörung und übernahm einen Lehrauftrag an der TU Berlin. Nach 1990 trug er seine Aktionen ins Ausland, mit Röhrenmenschen oder einem großen „Oberservator“. Abgedeckte Fotos und durchbrochene Scheiben verengen den Blick. Armin Hauer deutete das als Einladung, aus wenig Sichtbarem mehr zu erschließen. 2005 übernahm Buchwald den Vorsitz von „W.A.R.U.M.“, der Partei der Röhrenmenschen.