- 5. Juni 2011
Der Kopf hängt eng mit einem Wandbildentwurf zusammen, den Strempel gemeinsam mit Arno Mohr und René Graetz unter dem Titel „Metallurgie Hennigsdorf“ schuf. Solche Entwürfe zum Thema Arbeit, beauftragt von der SED und ihren Kulturbehörden, zeigte 1949 die Dresdner 2. Deutsche Kunstausstellung.
Zunächst kam dem Maler die Forderung nach einer Kunst, die sich mit der Gegenwart befasst, durchaus entgegen. Unmittelbar nach Kriegsende hatte er das Triptychon „Nacht über Deutschland“ (1945/46) gemalt, heute in der Neuen Nationalgalerie Berlin. In spätkubistischen Formen zeigt es Tote, Verzweifelte und Anklagende vor den Baracken eines Konzentrationslagers. Nach Einschätzung des Begleittextes war Strempel damit damals der einzige deutsche Künstler, der die NS-Verbrechen so direkt ins Bild setzte.
Geboren 1904 in Beuthen in Oberschlesien, studierte er an der Breslauer Akademie, wo Oskar Moll und Otto Mueller lehrten, und in Berlin bei Karl Hofer. 1933 emigrierte er nach Paris, wurde 1939 verhaftet und in Südfrankreich interniert, unter anderem in Gurs. 1941 an Deutschland ausgeliefert, kam er in Gestapo-Haft und danach in eine Strafkompanie in Jugoslawien, 1944 in englische Gefangenschaft. Nach seiner Rückkehr erhielt er 1947 eine Professur in Berlin-Weißensee. 1953 ging er nach West-Berlin, wo er 1975 starb.