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  • 5. Juni bis 16. Oktober 2011

Gerhard Thieme: Die Bronzeplastik „Bauarbeiter“ von 1968

Von Gerhard Thieme besitzt die Sammlung mehrere Kleinplastiken aus den Sechzigerjahren: Kinder, Arbeiterbildnisse und einen tanzenden sowjetischen Soldaten, erzählerisch und anekdotisch aufgefasst. Eine davon, die Bronze „Bauarbeiter“ von 1968, 70 Zentimeter hoch und 1970 erworben, stand 2011 in der Ausstellung „Blicke und Gesten“ (5. Juni bis 16. Oktober).

  • 5. Juni 2011

Das kämpferische Pathos, das die Kulturpolitik der DDR verlangte, bediente Thieme damit kaum. Trotzdem fanden seine Figuren Anklang und brachten ihm große Aufträge ein: Spielplätze, Brunnen, Denkmäler und Arbeiterstandbilder im öffentlichen Raum. Seine Stahlschmelzer und Bauarbeiter, handwerklich in der Art des 19. Jahrhunderts gearbeitet, stehen meist ruhig und gefasst da, die Arbeitskleidung wie eine Rüstung.

Neu war ein Detail des „Bauarbeiters“: Statt mit großer Geste in eine strahlende Zukunft zu deuten, hält er ein Sprechfunkgerät und gibt einem unsichtbaren Kollegen Anweisungen. Der Begleittext las das als Wechsel vom Pathos zur sachlichen Kommunikation.

Thieme kam 1928 in Rüsdorf in Sachsen zur Welt. Er lernte Musterzeichner und Textilentwerfer, arbeitete bis 1948 in der Landwirtschaft und studierte dann in Dresden, unter anderem bei Georg Wrba, und bis 1952 in Berlin-Weißensee bei Fritz Koelle. Von 1952 bis 1955 war er Meisterschüler bei Fritz Cremer, seitdem arbeitet er freischaffend in Berlin.