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  • 5. Juni bis 16. Oktober 2011

Christine Stäps: Bleistiftporträts der alternden Mutter, 1982

In der Sammlungsausstellung „Blicke und Gesten“ (5. Juni bis 16. Oktober 2011) hingen drei Bleistiftzeichnungen von Christine Stäps. Sie zeigen das Gesicht ihrer Mutter im Alter. Eines der Blätter, „Porträt der Mutter II“ von 1982, rund 30 × 21 Zentimeter groß, kam noch im Entstehungsjahr in die Sammlung.

  • 5. Juni 2011

Vor hellem, fast leerem Grund wirkt jede Linie bedeutsam. Die Dargestellte scheint den Betrachter nicht zu bemerken; sie wirkt nach innen gekehrt. Nase und großes Ohr sowie das über das rechte Ohr gestrichene Haar treten beinahe plastisch hervor. Über die drei Blätter hinweg verlieren die Züge an Weiblichkeit, bis das Gesicht auf dem dritten Blatt männlich erscheint. Der Begleittext sah darin ein Memento mori, gezeichnet in einer Gesellschaft, die Hinfälligkeit lieber verdrängt und das Alter nur als aktive, unternehmungslustige Lebensphase gelten lassen will. Er stellte die Blätter in die Dresdner Tradition eines veristischen Realismus, wie ihn Otto Dix und Oskar Kokoschka vertraten.

Stäps wurde 1940 in Burkau geboren. Nach der Oberschule studierte sie von 1960 bis 1966 an der Dresdner Kunsthochschule, unter anderem bei Rudolf Bergander. Bis 1983 arbeitete sie freischaffend in Schwerin, dann zog sie nach Grambow-Charlottenthal, wo sie seitdem als freie Künstlerin tätig ist.