- 23. Oktober 2005
Studium, Krieg und Dada
1909 ging er zum Studium nach Dresden an die Königlich Sächsische Akademie der Künste; zu seinen Lehrern zählten dort Osmar Schindler, Raphael Wehle, Robert Sterl und Richard Müller, und 1911 erhielt er ein Ehrendiplom. Von 1912 bis 1917 setzte er die Ausbildung an der Berliner Kunstgewerbeschule fort, wo auch Emil Orlik lehrte. 1914 meldete er sich freiwillig zum Krieg, wurde 1915 als untauglich entlassen und nach der zweiten Einberufung 1917 erneut, diesmal nach Aufenthalten im Lazarett und in einer Nervenheilanstalt. Schon 1916 hatte er seinen Namen geändert, um gegen Nationalismus und Patriotismus zu protestieren.
1917 gehörte Grosz zu den Gründern des Berliner Dada, 1918 trat er der Kommunistischen Partei und der November-Gruppe bei. Er gründete Zeitschriften wie „Die Pleite“ und „Der blutige Ernst“ mit und arbeitete für das Kabarett „Schall und Rauch“. Gerichte verurteilten ihn 1921 wegen Beleidigung der Reichswehr durch eine Grafikmappe, 1924 im „Ecce-Homo“-Prozess und 1928 wegen Gotteslästerung; das letzte Urteil wurde 1929 aufgehoben. 1928 war er Mitbegründer der ASSO in Berlin.
New York und Rückkehr
Ab 1932 lehrte er an der New Yorker Art Students League, 1933 übersiedelte er ganz in die USA. 1937 zeigten die Nationalsozialisten Werke von ihm in der Münchner Ausstellung „Entartete Kunst“, 1938 wurde er ausgebürgert und nahm die amerikanische Staatsbürgerschaft an. 1946 erschien „A Little Yes and a Big No“, seine Lebenserinnerungen; 1954 wählte ihn die American Academy of Arts and Letters zum Mitglied. 1958 nahm ihn die West-Berliner Akademie der Künste auf. 1959 kehrte Grosz nach Berlin zurück und starb dort im selben Jahr.