- 1. Januar 2016
Einhörner, Ritter und dunkle Wälder
Über Jahre prägten breite Pinselzüge und plumpe Gestalten seine Leinwände. Größenverhältnisse und Perspektive richten sich, ähnlich wie in Kinderzeichnungen, nach der Wichtigkeit des Dargestellten. Manche Partien sind bis ins Absurde ausgearbeitet, andere lösen sich in gestischem Farbdunst oder seltsamen Ornamenten auf. Die Palette bleibt dunkel und hat zugleich etwas Wohlklingendes.
Bevölkert werden die Bilder von Einhörnern, Rittern, Burgen, Maschinen und finsteren Wäldern. Kurator Armin Hauer erinnerten die verloren wirkenden Figuren an Trickfilm- und Comicgestalten, die ihren angestammten Ort verlassen haben und nun ziellos umherirren. Wo Hild mehr oder weniger Farbe aufträgt, entstehen durch Übermalung stellenweise kleine Farbreliefs.
Hauer las die Szenen als stillstehende Ereignisse, die weder Verbindlichkeit beanspruchen noch beliebig wirken. Sie behaupten sich durch einen lakonischen, zugleich sinnlichen Vortrag, und hinter dem scheinbar Spontanen verbirgt sich eine ausgewogene Komposition, die sich erst beim zweiten Hinsehen erschließt. Der Maler bewegt sich zwischen Bericht und Fiktion, ohne sich in einer der beiden Sphären zu verlieren.
Ruhigere Bilder
In den Arbeiten kurz vor der Ausstellung hatte sich das Geschehen beruhigt. Die Bildzeichen sind klarer gesetzt, die Komposition neigt zur Fläche, auf der Linien, malerische Partien und Zeichenhaftes zusammentreffen. Wo früher Bewegung herrschte oder eine Moritat angedeutet war, ist es still geworden; das Bild handelt nun stärker davon, was es zeigt, als davon, wie es gemalt ist. Abgebildet war das Gemälde „No, No“ von 2015, Öl auf Leinwand im Format 190 × 240 cm.