- 3. Juni 2007
Zwei Wege seit 1982
Buchwald ging 1982 nach Berlin. Dort verband er Fotografie, Aktionen, Netzwerke, Objekte und Video zu einer Arbeit, die das Sehen und Denken gezielt irritieren will. Bach blieb in Weimar, machte im Untergrund Musik, gab Zeitschriften und Grafikmappen heraus und arbeitete bis in die frühen Neunzigerjahre an Fotoserien über den Einzelnen und kollektive Zeichen. Später kamen Eingriffe in Räume mit Fotoobjekten hinzu. Als Leitsatz für den Festsaal wählten beide Buchwalds Bild vom Stunt, bei dem ein Double die Szene übernimmt und der eigentliche Darsteller verschont bleibt.
Kanalisation und Röhrenmenschen
Bach stellte seine mannshohen Fotoskulpturen „Instant“ von 1994 auf, die Zellteilung und Keimung neben Paragraphen, Wahlkreuzen und Fragezeichen zeigen. Dazu lief ein Video: Eine freundliche Frauenstimme führt durch das klassische Weimar, während die Kamera durch die Abwasserkanäle der Stadt fährt.
Buchwald ließ seine Röhrenmenschen, Kunstfiguren, die er unter anderem 2003 auf dem Berliner Alexanderplatz in einer Aktion auftreten ließ, eine Rampe hinaufsteigen. Ein schwarzes Rohr ragte über eine Absperrung und lud zum Hindurchschauen ein. Ein Blick hinab gab ein improvisiertes Depot frei, und in einer kleinen Box war das skurrile Wettrennen eines Röhrenmenschen zu verfolgen. Aus der Serie „Im Kreis der Wahrnehmung“ war die Arbeit „Mundi circulare“ (2002/06) zu sehen. Die Eröffnung fand am 3. Juni 2007 statt.