- 7. Februar 2013
Górecki stammt aus Słubice und leitete dort jahrzehntelang die Galeria Provincjonalna. 2002 zog er nach Berlin. Der Umzug von der Kleinstadt in die Metropole fiel in eine Zeit wirtschaftlicher Umbrüche, und er lieferte ihm neues Material. Seine Arbeitsweise beruhte auf verschiedenen Medien und vor allem auf Dingen, die nicht aus der Kunst kommen, um gesellschaftliche Mechanismen und die Freiräume des Einzelnen sachlich, oft in scheinbar dokumentarischer Form sichtbar zu machen.
Für Frankfurt wählte er die Spurensuche in der eigenen Biografie. Im Zentrum stand die Frage, wie die beiden Grenzstädte Frankfurt und Słubice ihn zum Künstler gemacht hatten. Górecki selbst verstand das Projekt als eine Art Tagebuch seiner Kindheit und Jugend, allerdings frei von Nostalgie – eher als Austreibung der Vergangenheit, die die Bewohner beider Städte auch an Unbequemes erinnern sollte.
Die kleine Retrospektive reichte von frühen Malversuchen und bis dahin nie gezeigten Objekten bis zu neuen Arbeiten. Dazwischen lagen Texte, Fotografien, Filmplakate, Gegenstände und Dokumente, die seinen Werdegang geprägt hatten, darunter ein anonymes Foto vom Umzug zum Millennium „1000 Jahre Polnischer Staat“ in Słubice 1966. Die Abfolge der sechs Räume des Packhofs gab die Chronologie vor. Am 27. Februar 2013 fand eine Führung durch die Ausstellung statt; die Übersetzung der Texte besorgte Bettina Horn.