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  • Packhof
  • 8. Februar bis 23. Mai 2004

René Graetz und Menno Fahl: zwei Generationen im Dialog, Packhof 2004

Mit René Graetz (1908–1974) und Menno Fahl (Jahrgang 1967) begann im Februar 2004 eine Reihe, in der das Museum jeweils zwei Künstler gemeinsam vorstellte. Vom 8. Februar bis 23. Mai 2004 standen im Packhof Plastiken und Zeichnungen von Graetz neben Reliefs, Objekten und Bildern von Fahl. Die Gegenüberstellung sollte Unterschiede schärfen und zugleich Bezüge zwischen den Generationen sichtbar machen.

  • 8. Februar 2004

Ein Paar, das sich nie begegnet ist

Persönlich kannten sich die beiden nicht und konnten sich auch nicht kennen; Fahl war zudem das Werk des älteren Bildhauers bis dahin fremd. Kurator Armin Hauer sah dennoch eine gemeinsame Grundhaltung: Beide vertrauten auf die Ausdruckskraft bildnerischer Mittel und auf den Sinn der Kunst, beide pendelten zwischen Gegenständlichkeit und wechselnden Stufen der Abstraktion.

René Graetz

Graetz, weitgehend Autodidakt, hatte vor 1946 unter anderem in Italien, Südafrika und Kanada gelebt und kehrte in jenem Jahr aus dem englischen Exil nach Ostberlin zurück. Sein spätkubistischer Stil orientierte sich an Picasso und Henry Moore; seine Themen waren Krieg und Frieden, Schönheit und Leid. Aus den frühen 1970er Jahren zeigte die Ausstellung vier Hauptwerke der Serie „Upright Figures“, dazu bewegte Zeichnungen über die Bedrohung des Weltfriedens im Ost-West-Konflikt.

In der DDR reichte er zahlreiche Entwürfe für öffentliche Wettbewerbe ein, doch nur wenige wurden in Gedenkstätten oder im Stadtraum ausgeführt. Als bekanntestes Werk gilt sein Friedensbild für den Palast der Republik, das sein Freund Arno Mohr 1974 vollendete und das heute im Deutschen Historischen Museum in Berlin hängt. Der Ausstellungstext beklagte, dass sein Schaffen in den Jahren zuvor weitgehend vergessen worden sei.

Menno Fahl

Fahl studierte von 1988 bis 1992 an der Muthesius Hochschule in Kiel und war von 1994 bis 1997 an der Hochschule der Künste Berlin Meisterschüler bei Lothar Fischer, der einst der Gruppe SPUR angehört hatte. Aus gefundenen Holzstücken baute er Reliefs und Objekte, die an skurrile, zugleich vertraute Wesen erinnern. Kräftige Farbe neben verwittertem Holz gibt diesen zerbrechlichen Gebilden Tiefe.

Auch Malerei und zahlreiche Zeichnungen gehörten zur Auswahl. Hauer las vor allem die großen Bildtafeln als Räume ohne Vorder- und Hintergrund, in denen beinahe archaische Figuren zwischen Märchen und Traum stehen. Die Fotos der Ausstellung stammten von H.-Peter Maihold.