- 6. Februar 2011
Hinter der vertrauten Handarbeitstechnik verbargen sich Themen wie Familie, Religion, Wissenschaft, Medizin und das Älterwerden. Waller häkelte Arm- und Beinprothesen, Gegenstände aus der Sadomaso-Szene und Dinge aus den Gefahrenzonen des Alltags. Irritation erzeugte sie durch die böse Verfremdung bekannter Figuren aus Disney-Filmen, Märchen und Kino: Die Arbeit „Who killed bambi?“ (2008) stellte die Frage gleich im Titel, und in „Miss Piggy“ (2008, 110 × 80 × 190 cm) landete die Muppet-Dame in einem gehäkelten Fleischwolf.
Hauer beschrieb den Effekt als ethisch-ästhetische Fallhöhe zwischen der harmlosen Technik und den Albtraumszenen, die sie hervorbringt. In der deutschen Gegenwartskunst sei dieser Kontrast eher selten. Die Künstlerin selbst erklärte, sie setze das Klischee der „Hausfrauenkunst“ bewusst ein: Der erste Eindruck wirke unschuldig, beim genaueren Hinsehen trete die Ironie hervor, und gerade das Lächeln öffne den Zugang zu den Werken.
Ein weiteres Exponat war „Himmelsfallen – Bügeleisen“ von 2009, gearbeitet aus Wolle, Styropor, Kunststoff und Metall im Format 80 × 60 × 45 cm.