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  • Packhof
  • 4. August bis 3. November 2013

Milchglaskino: Neun Maler aus Berlin und Leipzig im Packhof, 2013

Unter dem Titel „Milchglaskino“ zeigte der Packhof in der Carl-Philipp-Emanuel-Bach-Straße 11 vom 4. August bis 3. November 2013 Malerei, Zeichnungen, Steckperlenbilder und Installationen. Die neun Beteiligten lebten in Berlin oder Leipzig, gehörten annähernd zwei Generationen an und stellten gelegentlich gemeinsam aus, ohne eine Gruppe mit gemeinsamem Stil zu bilden. Kurator war Armin Hauer.

  • 4. August 2013

Der Bildraum als gemeinsames Thema

Was die Positionen verband, war das Interesse am Raum im Bild. Laut Ausstellungstext kreisten die Arbeiten um alte Grundfragen der Malerei: Figur gegen Grund, Fläche gegen Tiefe, Linie gegen malerische Auflösung. Illusionistische, konstruierte und zerlegte Räume tauchten mal als Problem, mal als Motiv auf – urbane Szenerien, Konsumwelten, künstliche und kunsthistorische Räume. Häufig fehlten Menschen ganz; nach dieser Lesart entstand ihre Gegenwart erst durch den Blick der Betrachter.

Die Positionen

Die Berlinerin Ulrike Dornis (1966) rückte so nah an Ornament und Dekor heran, dass der verlaufende Pinselstrich selbst zum Gegenstand wurde, etwa in „Arabeske“ (2011, Öl auf Leinwand). Magdalena Drebber (1956, Leipzig) setzte leuchtende Landschaften und Szenen aus Steckperlen zusammen; ihr Bild „Konferenz“ (2009) misst 110 × 159 cm und ist auf Sperrholz montiert. Klaus Walter (1964, Berlin) bewegte sich zwischen Natur und Massenkultur und arbeitete mit Reihung bis zum Ornament, zu sehen in „ISTANBUL“ (2009).

Jürgen Strege (1956, Leipzig) ließ in erfundenen Ausstellungsräumen Briefmarken auf Gemälde treffen, so in „Im Museum VI“ (2010, Acryl, 145 × 240 cm). Jörg Ernert (1974, Leipzig) verband in kräftigen Farben Mythisches mit Alltäglichem; von ihm stammte „Kletterhalle-Fensterwandlicht“ (2012). Jens Hanke (1966, Berlin) stellte in großen Kohlezeichnungen auf farbig grundiertem Papier pathetische Wald- und Flurmotive neben lineare Formen, die an Design der 1960er und 1970er Jahre erinnern.

Jan Dörre (1967, Leipzig) malte in altmeisterlicher Technik Stillleben und groteske Landschaften; sein 2012 in Öl und Eitempera gemaltes Bild „Wanderers Rast“ war eine Leihgabe aus Privatbesitz. Petra Ottkowski (1967, Leipzig) beschäftigte sich mit sich durchdringenden Würfeln, wie in „Kreuzwürfel V“ (2008). Martin Kreim (1963, Leipzig) zeigte kulissenhafte Innenräume von Eigenheimen, Pensionen, Gartencentern, Museen und Gaststätten, darunter das Ölbild „Im Atelier“ von 2011 im Format 120 × 150 cm.

Beteiligte Künstler

  • Ulrike Dornis, Berlin, Jahrgang 1966
  • Jan Dörre, Leipzig, Jahrgang 1967
  • Magdalena Drebber, Leipzig, Jahrgang 1956
  • Jörg Ernert, Leipzig, Jahrgang 1974
  • Jens Hanke, Berlin, Jahrgang 1966
  • Martin Kreim, Leipzig, Jahrgang 1963
  • Petra Ottkowski, Leipzig, Jahrgang 1967
  • Jürgen Strege, Leipzig, Jahrgang 1956
  • Klaus Walter, Berlin, Jahrgang 1964