RegisterOderkunst
  • Packhof
  • 23. Oktober 2016 bis 8. Januar 2017

Matti Schulz: „Jeder macht was er kann“ im PackHof, 2016/17

Unter dem Titel »Jeder macht was er kann« stellte der PackHof in Frankfurt (Oder) vom 23. Oktober 2016 bis zum 8. Januar 2017 Arbeiten von Matti Schulz vor. Der 1985 geborene Dresdner war mit Zeichnungen, Collagen, Objekten und Skulpturen vertreten. Er hatte von 2006 bis 2012 an der Dresdner Hochschule für Bildende Künste studiert und war danach Meisterschüler bei Carl Emanuel Wolff.

  • 1. Januar 2016

Klassische Motive, gegen den Strich gebürstet

Schulz greift auf vertraute Gattungen zurück: Bildnisse, auch von Prominenten, Szenen aus dem Alltag und Tierdarstellungen. Was das Publikum mit solchen Sujets an Erhabenem oder Schönem verbindet, unterläuft er gezielt. Kurator Armin Hauer nannte als Mittel Sarkasmus, Bildwitz sowie grobe Mimik und Gestik; die Pointe liege weniger in einer erzählten Handlung als in der Art, wie Schulz zeichnet, Farbe aufträgt und Körper modelliert. Bei ihm erbricht sich eine Katze, eine Möwe kreischt mit einer Flasche im Hinterteil, ein Mittelfinger reckt sich zum Himmel, Kriegsgerät belagert einen Schneemann, ein Zirkus steht in Flammen.

Drei Arbeiten wurden abgebildet. „Cold War 2“ von 2013 ist eine Assemblage von 185 × 150 × 150 cm aus Gips, Edelstahl, einer Palette, einem Stahlhelm, Kohle und Spielzeugpanzern, -flugzeugen, -soldaten und -schiffen. Die Bronze „Kotzende Katze“ entstand 2014 im Format 50 × 80 × 40 cm. Die titelgebende Zeichnung, Tusche auf Papier, stammt von 2012 und misst 65 × 50 cm.

Bild und Gegenbild

Der Begleittext stellte Schulz in eine Reihe mit Künstlern, die gesellschaftliche Doppelmoral durch Gegenbilder bloßlegen: Georg Grosz und Otto Dix im frühen 20. Jahrhundert, Sigmar Polke als Vertreter der deutschen Pop Art, Martin Kippenberger und Walter Dahn aus dem Kreis der „Neuen Wilden“, in der Gegenwart Jonathan Meese. Solche Arbeiten setzen voraus, dass der Betrachter das offizielle Bild kennt, gegen das sie sich richten. Dasselbe Prinzip trägt nach Hauers Lesart Cartoons, Spottpostkarten am Kiosk und das Kabarett.