- 8. September 2002
Vom Spätexpressionismus zur Mehrgleisigkeit
Nach dem Studienabschluss 1991 an der Kunsthochschule Dresden malte Gratz zunächst in einem kultivierten Spätexpressionismus mit leuchtender, rätselhafter Farbigkeit; der Ausstellungstext beschreibt die Farbe dieser Phase als tastbares Relief. Später rückten mehrere Stilebenen auf einer einzigen Leinwand zusammen. Streifen gliedern die Fläche, Bildfenster schieben sich übereinander, Motive kehren in Variationen wieder. Belangloses steht dabei gleichberechtigt neben Schicksalhaftem, Abseitiges neben Alltäglichem.
Viele Stile auf einer Fläche
Armin Hauer vergleicht Gratz in seinem Text mit einem Regisseur, der zwischen Ornament, Fotorealismus, Neo-Pop, Informel und expressiver Figuration wechselt. Mit herkömmlichen malerischen Mitteln zerlegt er so die von Medien geprägte Wahrnehmung, ohne zu moralisieren. Die Farbigkeit erinnert manchmal an Polaroids und Familienfilme, manchmal an die glatte Oberfläche von Hochglanzprospekten.
Zu den gezeigten Bildern gehörte „Suite – 27th street“ von 2001, ein Ölbild auf Leinwand im Format 60 × 70 cm.