- 16. Februar 2014
Ein Landschafter an der Oder
Seit er 1969 sein Studium in Berlin-Weißensee abgeschlossen hatte, kreiste sein Werk um die Landschaft, vor allem um die Gegend an der Oder, die ihm zur Wahlheimat geworden war. Der Künstler selbst nannte die Landschaftsmalerei den Kern seines Schaffens. Im Aquarell entwickelte er impressionistische Bildstrukturen weiter, und diese Erfahrung prägte nach Hauers Einschätzung auch die Malerei. Die Sammlung des Museums besaß von ihm 16 Aquarelle und 10 Gemälde, darunter die „Oderlandschaft“ von 1982, Öl auf Leinwand, 114 × 129 cm.
Genaue Ortsbeschreibung interessierte ihn laut Ausstellungstext weniger als das Licht und der Wechsel von Himmel, Wasser, Wiesen und Feldern über die Jahreszeiten. In die spröden Idyllen schrieb er zugleich die Spuren des Zweiten Weltkriegs ein. Aus dem Jahr 2013 stammten zwei kleine Tafeln in Acryl-Harzöl auf Spanplatte, „Überschwemmtes Land“ und „Blutiger Himmel“, letztere Max Ernst gewidmet.
Rundgang durch fünf Räume
Ein Raum gehörte der 30-teiligen Bild-Licht-Performance „GENESIS“, in der Landschaftseindrücke, durch Spiegelung vertikal verdoppelt und von Musik begleitet, zu mythischen Bildern von Werden und Vergehen werden. Die zugrunde liegenden Arbeiten hingen in den beiden vorgelagerten Räumen, etwa „Lichtkreuz – Kosovo“ und „Genesis 3“, beide 1998/99 in Glasgrisaille und Gouache auf Papier ausgeführt und auf Sperrholz kaschiert.
Zwei weitere Räume zeigten den Maler auf Reisen, wo fremde Landschaften ihn zu teils surrealen Lösungen führten; dazu zählten „Babylon“ (1984, Acryl auf Papier) und das Aquarell „Kappadokien“ aus demselben Jahr. Der größte Saal war schließlich den Oderlandschaften vorbehalten, mit denen ihn auch das Stadt- und Regionalmuseum Viadrina zehn Jahre zuvor ausgestellt hatte.
Lehrer und Vortragender
Neubauer von Knobelsdorff leitete Zirkel für Kinder und Erwachsene und unterrichtete seit den 1990er Jahren an seiner eigenen Malschule. Was er als Maler gelernt hatte, gab er gern in Vorträgen weiter. Einer davon fand während der Ausstellung im Packhof statt, am Nachmittag des 18. März 2014 (17 Uhr).