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  • 17. Februar bis 28. April 2002

Barocke Grotesken: Hogarth, Piranesi und Goya in Frankfurt (Oder), 2002

Vom 17. Februar bis 28. April 2002 waren knapp 100 druckgrafische Blätter zu sehen, entstanden zwischen Spätbarock und Romantik. Sie stammten vom Engländer William Hogarth (1697–1764), vom Italiener Giovanni Battista Piranesi (1720–1778) und vom Spanier Francisco de Goya (1746–1828). Leihgeber waren das Dommuseum Wien und Hamburger Privatsammler, als Partner war die Katholische Akademie Hamburg beteiligt.

  • 17. Februar 2002

Alte Blätter in einem Haus für Gegenwartskunst

Dass ein auf zeitgenössische Kunst ausgerichtetes Museum Grafik des 18. Jahrhunderts zeigte, begründete der Begleittext von Brigitte Rieger-Jähner mit der Nähe dieser Arbeiten zur Moderne. Nach ihrer Lesart handeln die Blätter von einem Menschen, der vereinzelt in einer Welt lebt, die er nicht mehr begreift, und sie pendeln zwischen dem Bruch von Regeln und deren Verteidigung.

Die drei Künstler

Hogarth nahm in seinen satirischen Kupferstichfolgen das Londoner Großstadtleben ins Visier. Sein Spott trifft Prostituierte und Adelige ebenso wie Richter, Pfarrer und Ärzte.

Piranesi, 23 Jahre jünger, galt vor allem der Architektur Roms mit ihren Schichten aus Antike, Mittelalter, Renaissance und Barock. Seine topografisch präzisen Ansichten wirken durch wechselnde Standpunkte zugleich verunsichernd und ausweglos.

Goya war der Jüngste der drei. In seinen Radierungen verschmolz er Züge des spanischen Mittelalters mit barocken und romantischen Elementen und stellte deren Glaubenssätze zugleich infrage. Der Text sieht bei ihm den Verlust aller Gewissheiten am drastischsten gestaltet. Ein gezeigtes Blatt war die Radierung „Chincilla-Ratten“ aus den Caprichos von 1799.