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  • 5. Mai bis 16. Juni 2002

Annette und Erasmus Schröter: Malerei, Scherenschnitte und Fotografie, 2002

Vom 5. Mai bis 16. Juni 2002 war die erste gemeinsame Ausstellung von Annette und Erasmus Schröter zu sehen, beide Jahrgang 1956 und in Leipzig tätig. Annette Schröter zeigte Malerei und Scherenschnitte, ihr Partner großformatige Fotografien. Anschließend wanderte die Schau in erweiterter Fassung an die Kunsthalle Erfurt.

  • 5. Mai 2002

Ein Paar, zwei Medien

Zwischen 1977 und 1982 absolvierten beide ihr Studium an der Leipziger Hochschule für Grafik und Buchkunst. Sie gingen 1985 nach Hamburg und kamen 1997 nach Leipzig zurück. Zur Zeit der Ausstellung waren sie seit zwanzig Jahren ein Paar. Der Begleittext von Armin Hauer beobachtet, wie die Arbeiten aufeinander abfärben: In den Fotos zeigt sich ein malerischer Blick, die Gemälde wiederum greifen Sehweisen der Fotografie auf.

Annette Schröter: angehaltene Bewegung

Seit dem Studium malte Annette Schröter vor allem Menschen, und zwar als typisierte Figuren, die ganz in ihrem Tun aufgehen. Die Bewegung wirkt eingefroren wie bei einem Schnappschuss, Lichtreflexe lassen an Studiobeleuchtung denken. Extreme Nah- und Untersichten sowie harte Farbkontraste erzeugen eine Monumentalität, die an Kino und Fernsehen erinnert.

In zwei Räumen der Villa hingen Bilder aus der neuen Reihe „Trachten“ und einige aus der Folge „Turnerinnen“, darunter „Turnen, XVI“ von 2000, Öl auf Nessel im Format 180 × 200 cm. Hinzu kamen Scherenschnitte, zuerst Rosen und florale Ornamente, später Bild- und Objektkästen.

Erasmus Schröter: Komparsen in der Hauptrolle

Für die Serie „Komparsen“ porträtierte Erasmus Schröter Statisten sächsischer Bühnen, Menschen also, die bei Massenszenen auftreten und kaum Text haben. Auf seinen Fotos rücken sie ins Zentrum und posieren wie Prominente. Hauer sieht das eigentliche Thema im Widerspruch zwischen inszenierter Pose, Gesichtsausdruck und Kleidung, ohne dass die Dargestellten bloßgestellt werden.

Ein Beispiel war „Komparsen, Mann II“ von 2000, ein Schwarz-Weiß-Print auf Diasec, 120 × 151 cm groß.