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Sind Kunst und Politik zwei Bereiche, die sich diametral gegenüberstehen oder sogar ausschließen? Die Ausstellung mit Werken von Klaus Staeck und Jochen Gerz stellt diese Frage facettenreich. Doch obwohl die |
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Arbeiten beider Künstler den Dialog mit existentiellen und damit auch aktuellen Frage-stellungen zur Grundlage haben und diesen geradezu herausfordern, vermischen sich die Bereiche Kunst und Politik nicht und behalten immer ihre Autonomie. Dennoch kann man sowohl Staeck als auch Gerz als |
Ruhestörer bezeichnen, mischen sie sich doch in brisante Alltagsfragen ein, die uns alle existentiell betreffen. So sind es drei Komplexe, die im Mittelpunkt ihres Schaffens stehen: unsere geschichtliche Vergangen-heit, unsere politische Gegenwart und die Form unserer zukünftigen Umwelt. |
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Jochen Gerz (links) und Klaus Staeck - Foto: H.-P. Maihold |
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Klaus Staeck schuf in den letzten 30 Jahren Postkarten und Aufkleber sowie Flugblätter aber auch Bücher und Dokumentationen, vor allem aber Plakate und Objekte, die in unmittelbarem Zusammenhang miteinander stehen. Mit pointiert sarkastischem Humor und im Zusammenklang von Wort und Schrift entstanden so immer wieder Darstellungen, die auf die Gefahr von alltäglich hingenommenen Sachverhalten verweisen. Dabei legt sich Staeck vor allem „mit den Starken" an, „den Konzernen, Parteien, Organisationen, Verbänden, Vereinigungen, mächtigen Einzelpersonen". Dass seine Kunst der spöttisch kritischen Zurechtweisungen durchaus auf Resonanz bei den Angegriffenen stoßen, darauf weisen die über 40 Prozesse hin, die der Künstler alle gewann, was die Demokratiefähigkeit unseres Staates immer wieder erneut bestätigt. |
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JOCHEN GERZ, ESTHER SHALEV
GERZ |
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Jochen Gerz dagegen entwickelt seine Arbeiten aus dem Schreiben heraus,
in den öffentlichen Raum hinein. Dieser wird für ihn im
ursprünglichen Wortsinne bis in den Medienalltag hinein erweitert. Es
werden aber nicht allein Gattungsgrenzen vom Künstler verschoben. Auch
der ursprüngliche Sach- und Situationszusammenhang aus dem heraus
Kunstwerke der Vergangenheit verstanden wurden, werden durch die Kunst
von Gerz konterkariert, so dass Irritationen vorprogrammiert sind. |
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Prof. Dr. Brigitte Rieger-Jähner |