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Gespräch · 1976,
»Ich habe immer dann aufgehört zu
malen, wenn ich gemerkt habe, dass durch mehr Dazutun das Bild zu genau,
zu naturalistisch wird und damit seinen künstlerischen Sinn verliert./Für
mich hat die rein abbildhafte Darstellung von Arbeitsvorgängen oder die
IIlustrierung von Geschichtlichem wenig Sinn. Dagegen hat das Seinsmäßige,
das Elementare des Menschen immer eine Rolle gespielt.«138
Das großformatige Tafelbild »Menschen
am Strand« aus dem Jahr 1976 (gemalt für das Foyer des Palastes der
Republik in Berlin-Ost; heute befindet es sich im Depot des Historischen
Museums Berlin) zeigt sein künstlerisches Wollen und Können auf einem
Höhepunkt. Reales und Visionäres werden zu einer luzid stabil-instabilen,
ja bald zu einer halluzinativen Metapher auf das unmögliche Einssein von
Mensch und Natur. In diesem prismatisch gewirkten Tableau steigert sich
der überhelle Farbklang aus neblig-weißlichen Nuancierungen auf der
Palette aus Ocker, Blau, Rot, Gelb fast zu einer spätbarocken
Entmaterialisierung, wenn nicht der Duktus Farbbalken und -felder wie
Gesteinsformationen setzen würde. In etwa aus dieser Zeit besitzt das
Museum das Ölbild »Familienbild« (1971)139 – und etwas später entstand das
abgebildete »Gespräch«. Ende der Siebziger wurde die Palette dunkler und
noch artifizieller in ihren Zwischenklängen aus Schwarz, Violett, Grün und
Rot. Akte und imaginäre Gesichter erfahren nun mittels vertrackter
Farbstrukturen einen numinos-beunruhigenden Aufbau. «Den Gouachen liegen
ganz einfache Erlebnisse oder Regungen zugrunde. Bei der Arbeit – ich
arbeite sehr lange an diesen Blättern – verdichten sie sich dann, und es
entstehen häufig Wirkungen, denen ich selbst überrascht gegenüberstehe./Es
ist ja eine ganz normale Sache in der Kunst, dass man mit einer bestimmten
Vorstellung an ein Bild herangeht und diese dann aufgibt, weil man merkt,
dass sie nicht bildträchtig ist. Es entsteht aber dann plötzlich etwas, an
das man nie gedacht hat, das aber so stark ist, dass man es nicht wieder
zerstört um der ersten Vorstellung willen, sondern im Gegenteil, es noch
klarer zu machen versucht. Das Bild gewinnt so eine eigene Realität, die
zu anderen Überlegungen führt. Im wörtlichen ›Abmalen‹ der Umwelt liegt
nicht der Sinn der Kunst, sondern man schafft aus der Summe seiner
Empfindungen und Erfahrungen und sucht für sie eine malerische
Entsprechung./Hässlichkeit ist kein Programm für mich. Davon bin ich weit
entfernt. Ich habe dagegen immer eine Vorstellung von Harmonie gehabt, der
ich nachgehe.«140 |
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