|
1
Friedrich Hegel zit. in: Ästhetik, Berlin und Weimar, 1965, Bd. 2, S. 213.
2
Da heraus ergeben sich
wiederum weitere handwerkliche und ästhetische Differenzierungen. Unter
dem Begriff vom Hochdruck lassen sich unter anderem der Holzschnitt, der
Linolschnitt sowie der Kartondruck, der Schablonendruck oder fantasievolle
Materialdrucke fassen. Summarisch bezeichnet der Begriff Tiefdruck
vorrangig Blätter in den Techniken der Radierung, der Kaltnadelradierung,
der Aquatintaradierung und des Kupferstichs. Wiederum werden eine
Lithografie sowie die Zinkografie als auch Algrafie und der Licht- und
Offsetdruck unter dem Oberbegriff des Flachdrucks subsumiert. Auch der
Siebdruck ist in der Sammlung in erstaunlichen Variationsformen
anzutreffen.
3 Klinger versah seine grafischen Zyklen, wie
in der Musik, fortlaufend mit Opusnummern.
4 Näheres dazu erfährt man in Anneliese Hübschers
Vorwort von 1983 in dem Band Max Klinger. Malerei und Zeichnung.
Tagebuchaufzeichnungen und Briefe. Leipzig 1985, S. 6f.
5 Hierunter verstand Klinger Druckgrafik
und Zeichnungen.
6 Max Klinger zit. nach Gerhard Winkler, in: Max
Klinger, Leipzig 1984, S. 26.
7 ebd.
8 Franz Mehring: Philosophische Aufsätze, Berlin 1961,
S. 155.
9
ebd.
10
Max Klinger in einem Brief an Lehrs, zit. nach Gerhard Winkler, a. a. O.,
S. 109.
11 ebd.
12
ebd.
13
Diese wurde von Schopenhauer als der »ewige Trieb zum Leiden aus
Genussgier bezeichnet. Käthe Kollwitz teilte in diesem Zusammenhang ihre
Haltung mit Ernst Barlach, der sich in einem Brief vom 28.12.1911 an den
Verleger Pieper von Arthur Schopenhauers Position distanzierte.
14 Käthe Kollwitz: Erinnerungen. In: Käthe Kollwitz.
Aus Tagebüchern und Briefen, Berlin 1964, S. 44.
15
Dieses Buch erschien 1965 in Berlin.
16
ebd. S. 47.
17 Käthe Kollwitz in ihrem Tagebuch vom 13.
September 1925. In: Käthe Kollwitz 1867–1945. Radierungen, Lithographien
und Holzschnitte. Die Sammlung im Staatlichen Museum Schwerin, Schwerin
1997, S. 114.
18 Paul Kuhfuss, zitiert nach Roland März: Kuhfuss,
Dresden 1980, S.
19
u.a. Bruno Krauskopf (1892–1960), Wilhelm Kohlhoff (1893–1971), Willy
Jaeckel (1888–1944).
20 Zwei Jahrzehnte vor den Bemühungen der
amerikanischen Farbfeldmaler um ganzheitliche Farbobjekte (wie im Schaffen
von Frank Stella [1936] ersichtlich) gelang ihm ohne Kenntnisse der
damaligen internationalen konstruktiven Kunst der russischen Avantgarde,
der Bauhauskünstler und der niederländischen de Stijl Bewegung diese
Leistung.
21 Hermann Glöckner – Ein Patriarch der Moderne,
Hrsg.: John Erpenbeck, Berlin 1983, S. 81.
22
ebd.
23
ebd., S. 80. Zwei Jahre zuvor gab die Galerie No. 6, Leonberg, in der
Bundesrepublik anlässlich einer Personalausstellung unter dem Titel
»Verwandlungen« einen Katalog heraus, in dem zu dieser Werkgruppe auf S.
14 noch darauf verwiesen wird, dass es zu den Drucken auf schwarzem Papier
1974 kam und es sich um circa 20 Exemplare handelt.
24 Dazu:
Ostdeutsche Kunst zwischen Gestern und Heute – Museum Junge Kunst
Frankfurt (Oder), Freudenstadt 2000, S 104f.; Museum Junge Kunst Frankfurt
(Oder), Frankfurt (Oder), 2001, S. 18 f.
25 Wilhelm Rudolph,
zitiert nach dem Gespräch von Horst Drescher mit W.R. in Katalog W. R.,
Galerie Döbele, Ravensburg 1982, S. 24.
26
ebd., S. 22.
27
Der Maler verlor 1938 »wegen politischer Unzuverlässigkeit« seine
Professur an der Dresdner Kunstakademie.
28 Dieses Blatt gehört zu einer Grafik- Mappe, die
1924 als Beitrag für die Internationale Arbeiterhilfe entstand. Weitere
Blätter hierzu lieferten u.a. Otto Dix, George Grosz, Otto Nagel, Heinrich
Zille, Käthe Kollwitz.
29
Ingrid Schulze: Karl Völker, Berlin 1974, S. 5.
30
Karl Völker war aber nicht allein Mitglied der Novembergruppe, er gehörte
1918/19 auch zu den Initiatoren der mit dieser verbundenen »Hallischen
Künstlergruppe«.
31 Hauptwerke dieser Richtung gelangten von 1908 bis
1913 durch den Direktor der Staatlichen Galerie Moritzburg, Max Sauerland,
in das Museum und wurden 1924 durch den Erwerb der Sammlung Rosy Fischer
ergänzt.
32 Holzschnitte mit Themen wie »Verzweifelte
Mutter«, »Proletarierfamilie« »Hunger« und »Armee der Opfer« oder »Tretet
ein in die Rote Front«, »Versammlung«, »Streik« sowie »Demonstration«, die
alle 1924 entstanden, weisen auf das inhaltliche Spektrum der Arbeiten
Völkers hin.
33 Geschichte der Arbeiterbewegung, Bd. 4, Berlin
1966, S. 35.
34 Alfred Ahner, in: Katalog A. A., Zeichnungen
und Pastelle, Berlin, 1990, Umschlag, Rückseite.
35
Alfred Ahner, ebd.
36
Paul Ferdinand Schmidt, zit. nach: Erhard Frommhold: Eugen Hoffmann. Die
ersten zwei Jahrzehnte, in: Katalog zur Ausstellung Eugen Hoffmann.
Galerie Rähnitzgasse, Dresden 1985, S. 17f.
37 Im Katalog der Ausstellung »Entartete Kunst« von
1937 wurde so seine Skulptur »Joseph und Potiphars Weib« neben Arbeiten
von Erich Heckel, Ernst Ludwig Kirchner, Karl Schmidt-Rottluff und
Christoph Voll abgebildet.
38
Rose Hoffmann: Vorwort im Katalog der Gedächtnisausstellung. Eugen
Hoffmann 1959 in Zwickau. Karl-Marx-Stadt. Weimar, Berlin 1963, S. 197.
39
Es handelt sich um 10 mit dem Schnitzmesser gefertigte 30 bis 50 cm hohe
Arbeiten.
40 Rose Hoffmann:
Vorwort im Katalog der Gedächtnisausstellung, a.a. O., S. 197.
41 1922 hatte er von Herwert Walden die Gelegenheit
erhalten, sich mit einer größeren Anzahl an Werken vorzustellen. Es waren
in dieser Großausstellung von ihm acht Gemälde, fünf Aquarelle und fünf
Klebebilder dabei und im Jahr 1924 konnte er mit zehn Gemälden das
Interesse auf sich lenken.
42 Kurt Heynicke in: Menschheitsdämmerung, Ein
Dokument des Expressionismus, Hrsg. Kurt Pinthus, Leipzig 1968.
43
Oder war sie denn nicht dazu berufen, ihre
ureigensten Mittel (Farbe/Form) zu thematisieren? Musste sie sich nicht
schließlich unabhängig von den gesellschaftlichen Missständen und
Wechselbädern machen, um eine Wahrhaftigkeit zu postulieren, die den
Menschen einen neuen Glauben und Hoffnung geben kann? Kunst wäre dann ein
Religionsersatz und könnte den Menschen aus dem Jammertal in die Zukunft
der Moderne führen.
44
1928–1933
Assoziation Revolutionärer Bildender Künstler Deutschlands, deutsche
kommunistische Künstlervereinigung.
45
George Grosz, zit. nach: Ivo Kranzfelder: George
Grosz. 1893–1959, Köln 1999, S. 53.
46
ebd.
47 ebd.,
48 ebd., S. 50.
49 Georg Grosz. Zit. nach: Hans Hess: George Grosz,
Dresden 1982, S. 86
50 ebd., S. 90.
51 George Grosz. Zit nach: Ivo Kranzfelder, a.a.O. S.
69.
52 Das konstruktiv-lyrische Lebenswerk von Hermann
Glöckner (1889–1987) ist signifikant für diese Situation; dazu auch der
Beitrag in diesem Buch.
53 Daraus ergeben sich wiederum verschiedene, nach
Antwort suchende Schlussfolgerungen; wie etwa die nach dem Aspekt der
Persönlichkeitsbewahrung unter menschenunwürdigen Bedingungen. Oder die
nach den Folgen einer Chancenlosigkeit, folglich »Gesichtslosigkeit « in
einer Notgemeinschaft, die in eine Protest- und Kampfgemeinschaft münden
könnte. Für den Menschenmaler steht das Problem: Typisierende oder
porträthafte Einzeldarstellungen oder verschreibt er sich tendenziell den
anonymisierenden Massenszenen?
54 Jedoch fehlen in seinem bekannten Werk
Massendarstellungen fast ganz. Eins der wenigen Beispiele dafür findet
sich im unvollendeten, vielfigurigen Ölbild »Selbstzerfleischung« aus den
Jahren 1928/29. In ihm wirkt die typisch Dixsche Katastrophendramaturgie
und seine expressiv-veristische Figurensprache aus dem »Schützengraben«
von 1920/23 nach. Diese für Müller großformatige Arbeit wurde nicht
weitergeführt. Sie legte wohl die Grenzen seines Könnens und Wollens fest.
Folglich konzentriert er sich auf Porträts und kleinere Gruppenszenen. Sie
kommen seinem Gespür fürs Soziale und für das Eigenwillige näher.
Stilistisch ließe sich manches wiederum in die Nähe von Otto Dix rücken,
einige frühe Arbeiten haben ein spätexpressives Pathos.
55 Er versuchte in dem Zyklus »Antlitz der Zeit« mit
einer »Ständeordnung« den Menschen in der späten Weimarer Republik einen
sozialen Platz zu geben. Die Demokratie stand vor der Zerreißprobe:
steigende Arbeitslosigkeit, Beginn der Weltwirtschaftskrise, Zunahme
linker und rechter Spaltung der Gesellschaft, eine Verstärkung der
Ausbeutung, Zerfall von sozialen Strukturen und Vertiefung der Kluft
zwischen Arm und Reich.
56 Otto Niemeyer-Holstein, in »Ich male Äpfel, Äpfel
in Öl«, Gespräch mit Otto Niemeyer-Holstein, Peter Pachnicke, Detlev
Lücke, Sonntag, 26, 1980, S. 7.
57 ebd., S. 7.
58
In der Sammlung befinden sich aus den verschiedenen
Schaffensphasen Ölbilder, Aquarelle und Druckgrafiken. Dazu auch der
Beitrag von Brigitte Rieger-Jähner in Katalog Museum Junge Kunst Frankfurt
(Oder), 2001, Frankfurt (Oder), S. 16 f.
59
Johannes Wüsten, zitiert in: Johannes Wüsten, Die Verrätergasse – Stücke,
Aufsätze, Gedichte, Autobiographisches, Briefe, Berlin 1980, S. 536.
60 Conrad Felixmüller,
zitiert in Katalog F., Altenburg/Leipzig, 1972; S. 47.
61 So zum Beispiel einige spätexpressionistische
Blätter, ein Lithografieplakat für die Internationale Arbeiterhilfe:
»Opfer der Not – Für das Hilfswerk der IAH« von 1924, die Mappe mit den
sachlichen Bebilderungen eines »Malerleben« (1927) und der zwölfblättrige
Nachkriegszyklus »Jahr des Malers« aus dem Jahr 1947. (Es wird im Stile
eines Bauernkalenders pro Monat eine Begebenheit aus dem Leben des Malers
in einem Dorf vorgestellt – zu dieser Zeit lebte er in Damsdorf in der
Mark.)
62 Conrad Felixmüller, zitiert nach: Antje Birthälmer:
Katalog C.F. – Die Dresdner Jahre, Aquarelle und Zeichnungen, 1912–1933,
Wuppertal/Altenburg, 1997; S. 38.
63 C.F., ebd. S. 24.
64
Hans Grundig, zit. nach: Friedegrund Weidemann, in: Wilhelm Lachnit,
(Maler und Werk), Dresden, 1983, S. 34.
65
So hatte der ebenfalls an der Dresdner Akademie als Meisterschüler tätige
Dix bereits 1920/21 durch seine Serie der Kriegskrüppel und kurz danach
durch die Grafikmappe »Der Krieg« und die Arbeit am Gemälde
»Schützengraben« weit über die Grenzen Dresdens hinaus von sich reden
gemacht.
66
Dass dem 27-Jährigen mit dieser technisch brillanten und zugleich
feinfühligen Zeitprognose eine beachtliche Karriere bevorstand, zeigt der
Ankauf eines Bildes durch die Dresdner Gemäldegalerie.
67 Wilhelm Lachnit, zit. nach Friedegund Weidemann,
in: Wilhelm Lachnit, a.a.O. , S. 34.
68
Er leitet nach verschiedenen Lehraufträgen jahrelang die Werkstatt für
Radierung und Kupferstich. Dort konnte er seine Kenntnisse auf dem Gebiet
der Druckgrafik vertiefen und sein Können an die Studenten weitergeben.
Ihm erging es ähnlich wie vielen anderen Künstlern aus seiner Generation,
er verlor durch Bombenangriffe fast sein gesamtes Frühwerk. Nur weniges
ist also aus dieser Zeit bekannt. Doch es lässt sich sein zukünftiger
Motivkreis ausmachen: Landschaften und Stillleben (letztere verschwanden
schließlich ganz). Die mit besonnenem Duktus geformten Blumen, Äpfel oder
ein pappelumsäumter Weg wirken still, ernst und andächtig. Augenscheinlich
war schon damals die Herausarbeitung eines verallgemeinernden
Erscheinungsbildes von Bäumen, Häusern, Wegen und Himmel sein Ansinnen.
69 Max Lachnit,
Aufzeichnungen zum »Kulturablauf«, undatierte Maschinenschrift, um 1946,
zitiert nach Katalog: M. L. 1900–1972, Magdeburg, 1991, S. 11.
70 Vor dem Krieg erhielt er unter anderem
Aufträge für die Fertigung von Möbeln, war beteiligt an Ausführungen von
Ornamenten und Reliefs an Neubauten, entwarf Siedlungskomplexe sowie
Häuser, schuf Plastiken und malte. Seine Ausbildung verlief zuvor
dementsprechend vielseitig, basierend auf den Ideen vom sozialen,
funktionalen und industriellen Arbeiten in Architektur und Kunsthandwerk.
Für die Werkstätten in Hellerau entwarf er Möbel und zuvor absolvierte er
eine reine Tischlerlehre von 1915 bis 1919: bis 1927 nahm er ein
zweijähriges Studium an der Akademie für Kunstgewerbe in Dresden auf.
71 Hinzu kam, dass die Kunstöffentlichkeit hinter dem
Namen Lachnit sogleich das Werk seines Bruders, des Malers und Grafikers
Wilhelm Lachnit ( 1899–1962), vermutete.
72 Nach Auskunft der Künstlerin im Gespräch
mit der Autorin im Mai 1988.
73 Die Assoziation Revolutionärer Bildender Künstler
Deutschlands, abgekürzt ARBKD oder ASSO, wurde 1928 gegründet. Näheres
hierzu im Lexikon der Kunst, Bd. I: A–F, Leipzig 1968, S. 150f.
74 Nicht zuletzt war die Affinität zu deren Werk ein
Grund dafür, dass Lucie Prussog wegen »Barlach Tendenz« seit 1933 meist
aus Dresdner Ausstellungen ausjuriert wurde.
75 Von den Tänzerinnen wären zu nennen Jenny Wiegmann, Dore Hoyer und Gret Palucca.
76 Hans Grundig. 1946. Aus dem Brief vom 30.9.1946 an
Lea Grundig, zit. in: Hans Grundig – Künstlerbriefe aus den Jahren 1926
bis 1957, Hrsg.: Bernhardt Wächter, Rudolstadt 1966, S. 109.
77 Lea Grundig, zit. nach: Günter Feist, in: Hans
Grundig, Dresden 1979, S. 13.
78 Hans Theo Richter in einem Brief an Hans Kinkel im
Sommer 1968, zit. nach: Fritz Löffler: Hans Theo Richter. In: Wegbereiter.
25 Künstler der DDR, Dresden 1976, S. 257.
79 ebd., S. 262.
80 Hans Theo Richter. In ebd. S. 257.
81
Hans Theo Richter zit. nach Armin Münch in: ebd., S. 265.
82 Curt Querner,
Tagebucheintragung vom 8.11.1959, zit. nach: Katalog der Staatlichen
Kunstsammlungen Dresden, Gemäldegalerie Neue Meister, Curt Querner – das
malerische Werk. Zum 100. Geburtstag des Künstlers. München. Berlin 2004,
S. 96.
83 ebd.
84 Tagebucheintragung
vom 1.11.1967, zit. nach: ebd.
85 Tagebucheintragung
vom 7.3.1961, zit. nach: ebd., S. 97.
86 Tagebucheintragung
vom 1.11.1967, zit. nach: ebd., S. 96.
87 Ernst Hassebrauk,
zit nach: Fritz Löffler, in: Ernst Hassebrauk, Leben und Werk, Dresden
1978, S. 36.
88 Die Vorlesungen, die
Hassebrauk an dieser bei Theodor Hetzer über Farbprobleme im Werke Tizians
hörte, sollten dem Autodidakten auf dem Gebiet der Malerei später
unverzichtbar werden. Noch wenig hiervon ist im Frühwerk erkennbar, das zu
großen Teilen im Krieg vernichtet wurde. Es weist den Künstler als
Nachfolger des deutschen Spätimpressionismus aus. Seine Arbeiten wurden
bis zum Beginn der 50er Jahre von einem bewegt zeichnerischen Duktus
bestimmt.
89 Erhard Göpel 1965 zit. nach ebd., S. 39.
90 Fritz Löffler, Ernst Hassebrauk, a. a. O., S. 43.
91 Zitiert nach: Übersetzungen zu den
Tagebuchaufzeichnungen von René Graetz vom März 1970, in: Katalog R. G.,
Skulpturen, Ahrenshoop 2002; S. 36.
92
Ein Hauptgrund für diese späte Erkenntnis (ihm blieben noch circa vier
Jahre, um nun in der Kunst zu sich selbst zu finden) lag gewiss auch in
der tief verwurzelten Grunderfahrung, die er mit der Moderne, insbesondere
mit den politisch ausgerichteten Bildern, wie das epochale Guernica-Bild
(1937) von Pablo Picasso (1881–1973) und den menschennahen Skulpturen des
Briten Henry Moore (1898–1986) machte. Ihre radikale Formensprache war
durchaus nicht unpolitisch zu erfahren, in ihr lag ein
»antikapitalistisches« kritisches Potenzial, um sich mit den
Zeitereignissen auseinander zu setzen. Das hatte er erkannt und tief
verinnerlicht. Hier liegt auch nicht nur sein Urkonflikt mit den
Kunstdiktatoren in der DDR, der vor allem darin bestand, dass man als
Kommunist dem Staat dienen wollte und sollte, aber zugleich dem
künstlerischen Gewissen gehorchen musste. Das hieß nichts anderes, als den
vom Staat geforderten platten, agitatorischen Bebilderungen seiner
Herrschaftsmaßnahmen irgendwie entgegenzukommen und dennoch dabei das
eigene Gesicht zu bewahren. Diese Grundkonstellation mit dem nicht
überwindbaren Konflikt teilte er auch mit anderen in den Osten
Deutschlands zurückkehrenden Künstlern. Theo Balden (1904–1995) oder Horst
Strempel (1904–1975) erging es ebenso, als sie versuchten, mit ihrem
gemäßigten Kubismus und anthropomorphen Abstrahieren Metaphern auf die
Zeit des vergangenen und nun Kalten Krieges zu finden; ebd., S. 36.
93 René Graetz, Katalog R. G., Skulpturen, Ahrenshoop
2002, S. 36.
94 Willi Sitte, zitiert in: Katalog W. S., Berlin
1986, S. 1.
95 ebd. S. 139.
96
Inge Thiess-Böttner im Gespräch mit der Autorin am 28.1.1992.
97 ebd.
98 Bernhard Heisig,
zit, nach: Dietulf Sander: »Der faschistische Alptraum«. Katalog Bernhard
Heisig, Malerei. Graphik. Zeichnungen, Leipzig 1963, S. 39.
99 Bernhard Heisig, zit. in: Katalog Bernhard Heisig
– Druckgrafik und Zeichnung, Halle 1980, S. 13.
100
Gerhard Altenbourg in Kat. G. A., Bremen, 1988; S. 46.
101 Stephanus ist
ein Heiliger, der nach seinem Tode durch Steinigung auf Grund des Urteils
seitens des Hohen Rates der Juden für die Christenheit zum Erzmärtyrer
wurde. Die Juden erkannten in seinem Bekenntnis zu Christus und zu dessen
Lehren eine Gotteslästerung. Hier jetzt, vier Jahre nach dem Kriegsende,
taucht er als geisterhafte Erscheinung auf: halb verwest, halb wachsend
und werdend. Die krallenbesetzten Hände sowie mäandernden Arme und sein
Hals sind im Leidensgestus des Gekreuzigten positioniert. Der Unterkörper
zerfasert sich in eine Zweigeschlechtlichkeit; ein Fuß erwächst aus dem
Nichts zu einem zarten Gesträuch. Der Körper ist über und über mit
Gravuren, Kerben, Zeichen, Punkten, Kürzel, Tierchen, Vaginen, Phalli und
Chiffren als Zentren schwärender Wundmale und einsetzender Renaturierung
versehen. Der Kopf wird bekrönt mit einem Heiligenschein, perspektivisch
raumgreifend »richtig« gezeichnet. Über der rechten Hand schwebt eine
ovale steinähnliche Form. Links und rechts vom Hals sind die Dualismen
Plus/Kreuz und Minus/Horizontale als kosmisch energetisches Feld gesetzt.
Das Mischwesen aus Moos, Gras, Zweigen, Wurzeln, Klauen und menschlichen
Versatzstücken schaut wissend und weisend aus dem Nichts – es könnte dort
ebenso schnell wieder entschwinden.
102 Im Jahr 1949 kam es
kurz nach der Gründung der Bundesrepublik zur Zwangsgeburt DDR. Dann trat
der Kalte Krieg in seine heiße Phase. Fast jede geistige oder kulturelle
Regung wurde unter diesem oder jenem Vorzeichen politisiert. Dort die
Verteufelung einer figurativen Kunstauffassung – hier stand die Norm des
sozialistischen Realismus auf der kulturpolitischen Tagesordnung.
Introspektiv individuelle Formulierungen, die sich zunächst dann noch mit
den leiblichen und seelischen Deformationen auseinandersetzten, waren
nicht gern gesehen. So ist es auch nicht verwunderlich, dass Altenbourg
zunächst im westlichen Deutschland eine über einen Insiderkreis
hinausgehende Beachtung fand. Seine erste Einzelausstellung erhielt er
konsequenterweise 1952 in der Galerie Springer in Westberlin. Fünf Jahre
später ergab sich die erste Ausstellung in der DDR in Altenburg – zwei
Jahre danach nahm er an der documenta II in Kassel teil.
103 Gerhard Altenbourg in Kat. G.A, Bremen, 1988; S. 46.
104
Diese Ausführungen
zur Namensänderung folgen denen im Text von Siegfried Salzmann: in ebd., S
32.
105 Wolfgang Mattheuer. 1997, zit. nach: Katalog
Kunst in der DDR. Eine Retrospektive der Nationalgalerie. Hrsg. Eugen
Blume, Roland März, Berlin 2003, S. 308.
106 Gerhard Kettner, zitiert nach Hans Ebert in:
Katalog G. K., Zeichnungen Lithographien, Berlin 1977, S. 5.
107 ebd., S. 5.
108 In den kraftvollen Grafiken von Käthe Kollwitz
versprach das grelle Schlaglicht den typisierten Massemenschen vielleicht
etwas Hoffnungsverheißendes in ihrer unsäglich ausweglosen Lage. Das ließ
ihr Aufschrei, ihr Ertragen des Elends sowie ihr Aufbegehren gerichtet
erscheinen. So etwas, dennoch Zielgerichtetes fehlt in den reifen Porträts
von Kettner vollkommen.
109 Wilhelm Müller, zitiert in Katalog: TENDENZ
KONSTRUKTIV KONKRET, Frankfurt (Oder), 1990, S. 36.
110 Dazu mehr in: Katalog Museum Junge Kunst Frankfurt
(Oder), 2001, S. 40.
111 Werner Tübke, zitiert nach Katalog: Kunst in der
DDR, Berlin 2003, S. 313.
112
Im Besitz des Museums befinden sich noch zwei
Ölbilder, mehrere Aquarelle, Handzeichnungen und Druckgrafiken. Dazu:
Brigitte Rieger-Jähner, in: Katalog Museum Junge Kunst Frankfurt (Oder),
2001, S. 44f.
113 Carlfriedrich
Claus, in Katalog: C.C Erwachen am Augenblick–Sprachblätter,
Karl-Marx-Stadt, 1991, S160.
114 Carlfriedrich Claus, ebd., S. 108.
115 In der Sammlung befindet sich u.a. der Zementguss
«Kleiner trauernder Mann«, 1973/75; dazu in: Ostdeutsche Kunst zwischen
gestern und heute, Museum Junge Kunst Frankfurt (Oder), Freudenstadt 2000,
S. 114.
116 Wieland Förster, in: W. F. Labyrinth, 34
Zeichnungen 1974–1985, Notizen über die Entstehung eines Zyklus,
Arbeitstagebuch: Labyrinth 1973–1984. Berlin 1988, S. 156.
117
Herausgeber: Kulturbund Magdeburg, 1979.
118
Ingo Kirchner, zitiert in: Faltblatt: I. K., Ephraim-Palais Berlin, 1990,
ohne Seitenangabe.
119
ebd., ohne Seitenangabe.
120
ebd., ohne Seitenangabe.
121 ebd., ohne Seitenangabe.
122
Roger Loewig, in Katalog: R.L., Roger Loewig
Gesellschaft, Berlin 1997, S. 18
123
Ganz entfernt ließen sich formale Parallelen zu einigen Arbeiten von
Alfred Kubin (1877–1959), Richard Oelze (1900–1980) oder einigen
klassischen Surrealisten finden.
124 u.a. Jüdischer Zyklus,1965, 11 Lithografien; Folge
»Terezin«, 1968; Schandmale,1962–64, 25 Bleistiftzeichnungen; Phalanx der
Verzweifelten, 1963; Im Sumpfland, 1966, 22 Federzeichnungen; sowie
Illustrationen zu eigenen Gedichten: u.a. »Sei ein Himmel gnädig meiner
späten Ernte!«, Gedichte und Zeichnungen, Berlin 1977.
125
Als Bildgrund diente dem Künstler Packpapier, dessen Farbe und
Struktur ein wesentliches Gestaltungsmerkmal für die Darstellung bildete.
126
Die Angabe der Bezeichnung der Blätter erfolgt nach deren Anordnung auf
der Abbildung von links oben in der ersten Reihe bis zur dritten Reihe
nach rechts unten: I. Reihe: (Bl. 1) bez. r. u. Schlesinger; (Bl. 2) bez.
l.u. Schlesinger; (Bl. 3) bez. r.u. Schlesinger 81; (Bl. 4) bez. r.u.
Schlesinger; (Bl. 5) bez. r. u. Schlesinger 81; II. Reihe (Bl. 6)bez. l.
u. Schlesinger 81; (Bl. 7) bez. l. u. Schlesinger; (Bl. 8) bez. l. von u.
nach o. Schlesinger 81; (Bl. 9) unbez. (Bl.10) bez. l.u. Schlesinger; III.
Reihe: (Bl. 11) l. u. Schlesinger 81; (Bl. 12) bez.l.u. Schlesinger 81; (Bl.
13) l.u. Schlesinger 81; (Bl. 14) bez. l.u.:Schlesinger 81; (Bl. 15) bez.r.
von u. nach o. Schlesinger 81.
127 Max Frisch: Gesammelte Werke. Hrsg.: Hans Mayer
unter Mitwirkung von Walter Schmitz. Bd.IV: 1957–1963, Frankfurt am Main.
1976, S. 245.
128 Für zahlreiche junge Künstler jedoch
wurde Gil Schlesinger auf Grund seiner künstlerischen Haltung und
menschlichen Integrität zu einer Vaterfigur.
129 So geht nicht allein von den Zahlen auf seinen
Zeichnungen eine optisch geheimnisvolle Wirkung aus. Vielmehr wurde diesen
bereits sehr früh in allen Religionen eine metaphysische Bedeutung
unterlegt, galten sie doch als Grundlage der kosmischen Ordnung und
Harmonie. Zugleich wird aber auch der formale Zusammenhang zwischen Körper
und Zahl durch die Tatsache bestätigt, dass sie in der Lage sind,
geometrische Figuren zu verkörpern. Ähnliches ließe sich von den
Buchstaben und Worten sagen, da auch ihnen ein bestimmter Zahlenwert
zukommt.
130
Werner Stötzer, in Katalog W. St., Bremen 1987, S. 28
131
Dazu mehr im Katalog Museum Junge Kunst Frankfurt (Oder), 2001, 152f.
132
Dazu auch der
Beitrag zu Hans Vent in diesem Katalog.
133
Claus Weidensdorfer, in Katalog: Mein romantischer Blick, C. W., Dresden,
2000, S. 51.
134 Zitiert nach:
Katalog Otto Möhwald, Malerei, Druckgrafik, Berlin, 1987, S. 5f.
135 Dieter Tucholke,
zitiert nach: Katalog D. T., Berlin-West, 1981, S. 13.
136
Dazu Beiträge von
Brigitte Rieger-Jähner und dem Autor in: Katalog Ostdeutsche Kunst
Frankfurt (Oder), Freudenstadt 2000, S. 66 f. und S. 120 f. sowie Museum
Junge Kunst, Frankfurt (Oder), 2001, S. 52 f.
137 In dem Zyklus »Nashörner« aus den Jahren 1976/77 (benannt nach dem
gleichnamigen Stück des Franzosen Eugèn Ionesco [1912–1994]) überwiegt ein
unterkühlt präziser Strich. Er verwandelt das an sich schon
urzeitlich-weltfremd auftretende Tier in eine surrrealistische
Tier-Maschine, die nun alle Ordnung niedertrampelt und die Welt
verschreckt. Die darauf folgende Preußenmappe (1980/81) lebt geradezu von
der surrealen, rechtwinklig-militärischen Akkuratesse und Absurdität;
Tucholke bekennt sich zu einer Ururenkelschaft Giuseppe Arcimboldos
(1527–1593). Seine penible und überdeutliche Handschrift verstärkt die
Aberwitzigkeit preußischer Tugenden in Hinsicht auf kulturelle Leistungen
und die eigentlichen Verbrechen am eigenen Volk und an anderen Völkern. Es
ist ein kalter Röntgenblick mit Widerhaken auf Preußens Glanz und Gloria
und somit eine bedeutsame künstlerische Leistung für beide Teile
Deutschlands. Die Schranken der Distanz schaffenden Akkuratesse sind im
Zyklus »Die Nacht hat 12 Stunden – ein Totentanz/Erinnerung an die 12
Jahre Finsternis und Angst im 750. Jahr der Stadt Berlin« (1987) gefallen.
Bücherverbrennung, Bombenangriffe und aus dem Hadesgrund auftauchende
Köpfe von Massakrierten, Verbrannten und Erschossenen formieren sich zu
einem Reigen auf die tödliche Sinnlosigkeit des Kriegs. In den
zeitgleichen Objekten und Tafelbildern bezieht er Fotos und Dokumente aus
dieser Zeit des Faschismus mit ein. Ein bedrohlich unheilschwangeres
Farbgemisch legt sich gleich einem brüchigen Schleier über das gern in Ost
und West Umgedeutete. Vergangenes drängt in die Gegenwart – verwirrend
undiplomatisch und nicht zu übersehen.
138 Hans Vent, in: H.V.,
Maler und Werk, Dresden, 1978, S. 28.
139
Dazu mehr in: Museum Junge Kunst Frankfurt (Oder), 2001, S. 54 f.
140 Hans Vent, in: H.
V., Maler und Werk, Dresden, 1978, S. 28.
141 Paul Cézanne 1892,
zit. nach Kurt Badt: Die Kunst Cézannes, München 1956, S. 78.
142 Wolfgang
Leber, zit. nach: Roland März: Leber der Maler, in: Katalog Wolfgang
Leber. Malerei. Graphik. Plastik. Hrsg.: Ernst-Schroeder-Gesellschaft
Berlin, Berlin 2003, S. 7.
143 Wolfgang Leber
in einem Gespräch mit der Autorin im September 1995.
144 Bodo Jaxtheimer,
zit. in: Walter Koschatzky: Das Aquarell. Entwicklung, Technik, Eigenart,
Wien, München 1969, S. 100.
145 Max Uhlig 1997. Aus
einem Gespräch mit Matthias Flügge. Zit. nach: neue bildende Kunst 6/1997,
S. 97.
146 ebd.
147 ebd., S. 59
148 Max Uhlig, zit.
nach: Katalog zur Ausstellung Staatskünstler-Harlekin-Kritiker? Berlin
1991, S. 136.
149 Christa Wolf,
zit. nach: Katalog: Nuria Quevedo, Grafik. Zeichnungen. Aquarelle.
Gouachen, Galerie Junge Kunst, Frankfurt (Oder) Oktober-November 1985, S.
2.
150 Das
Kassandra-Projekt von Christa Wolf besteht aus der Erzählung Kassandra und
den dazugehörigen Vorlesungen Kassandra – Voraussetzungen einer Erzählung
(1983).
151 Nuria Quevedo. Zit.
nach Katalog Nuria Quevedo, Frankfurt (Oder) 1985, a.a.O., S. 2.
152 ebd., S. 4.
153 ebd., S. 10.
154
ebd.
155 ebd.
156
ebd.
157 ebd.
158 In den
Tafelbildern, von denen sich drei ebenfalls im MJK befinden, wechseln sich
figurative Schemen mit sinnlicher Oberflächengestaltung (Sand, Erde,
Fundstücke) und eben diesen individuellen sowie auch archaisch-kollektiven
Piktogrammen ab. Dazu auch: Katalog Museum Junge Kunst Frankfurt (Oder),
2001, Brigitte Rieger-Jähner S.70/71; sowie zur Plastik in der Sammlung
der Autor, ebd., S. 164/165.
159 Falko Warmt,
Textzeile zu dem Bild San Soussi Perdu, 1987, Japanpapier auf Leinwand,
Mischtechnik, 141 x 167 cm, in Katalog: F. W. – Bilder und Objekte,
Frankfurt am Main, 1988.
160 Ingeborg
Bachmann, Der gute Gott von Manhattan. Danksagung für den Hörspielpreis
der Kriegsblinden, am 29.5.1958, Berliner Rundfunk, Norddeutscher
Rundfunk.
161 A. R. Penck im
Gespräch mit Wilfried Dickhoff, in: Kunst heute, Köln 1990, Nr. 6, S. 35.
162 Ralf Winkler, 1979,
in: Ralf Winkler, Zwanzig Skizzen aus dem Jahre 1968, a.a. O. 1982. Zit.
nach ebd., S. 32.
163 A.R. Penck:
»Standart«, 1970/71, in Katalog zur Ausstellung: a.r. penck. Kunstmuseum
Basel, 1978, S. 3. Zit. nach ebd.
164 ebd.
165 A. R. Penck, zit.
nach: Katalog zur Ausstellung »Raumbilder in Bronze«, Kunsthalle Bielefeld
1986, S. 144.
166 A. R. Penck im
Gespräch mit Wilfried Dickhoff, in: Kunst heute, Köln 1990, Nr. 6, S. 17.
167 Irene Bösch, zit.
in Katalog: Zwischen Expressivität und Sachlichkeit. 15 Künstlerinnen der
neuen Bundesländer. Malerei, Plastik, Objekte, Installation, Zeichnung,
Grafik, Frankfurt (Oder), Bonn 1993, S. 56.
168 Hans Ticha:
Anmerkungen in eigener Sache.
In Hans Ticha.
Werkverzeichnis, 1969–2000, Ginsheim-Gustavsburg 2000, S. 164.
169 ebd.
170 Claus Hänsel in
einem Brief an die Autorin vom 2.2.2004.
171
ebd.
172 ebd.
173 Michael Morgner,
zitiert nach: Kunst in der DDR, Berlin 2003, S. 309.
174 Dazu: Ostdeutsche
Kunst zwischen gestern und heute, Museum Junge Kunst Frankfurt (Oder),
Freudenstadt 2000, S. 82.
175 Michael Morgner,
zitiert nach: Kunst in der DDR, Berlin 2003, S. 309.
176 Mitglieder sind
Dagmar Ranft-Schinke (1944), Gregor-Torsten Kozik (1948), Thomas Ranft
(1945), Carlfriedrich Claus (1930–1998).
177 Blatt 9.00 Uhr, r.
u. 10. IX. 96; dar. K. Sakrowski (1–12); Blatt 10.00 Uhr, l. u. 28. VIII.
97; r. u. K. Sakrowski (1–12);Blatt 11.00 Uhr, r. u. 16. VI. 97; dar. K.
Sakrowski (1–12); Blatt 12.00 Uhr, bez. r. u. 17. XII. 96; dar. K.
Sakrowski (1–12); Blatt 13.00 Uhr, bez. r.u. K. Sakrowski (1–12); dar. 27.
VIII. 96; Blatt 14.00 Uhr, r. m. u. K. Sakrowski; r.u. 27. VIII. 96
(1–12); Blatt 15. 00 Uhr l. u. 17.7. 1997; m.u. K. Sakrowski (1–12); Blatt
16.00 Uhr, bez.r.u. 3.XII.96; dar.: K. Sakrowski (1–12); Blatt 17 Uhr,
bez. r.u. 17. XII. 96; dar. K. Sakrowski (1–12); Blatt 19.00 Uhr, r.u.
1.6./11.7. 97; dar. Teutebouger Kopf; dar. K. Sakrowski (1–12); Blatt
20.00 Uhr, bez. l.u. VII.8. 1997; r.u. K. Sakrowski (1–12); Blatt 21.00
Uhr, r.u. 21. VIII. 97; dar. K. Sakrowski (1–12).
178 Karin Sakrowski,
zit. in: Ich-Text, unveröffentlicht, Berlin 2003.
179 in einem Brief an
die Autorin vom 13.12.2003.
180 Rainer Zille, zit.
in: Katalog Dieter Zimmermann, Cottbus 1989, S. 17.
181 Um die
Jahrtausendwende wird dieses Kapitel des Krieges wieder in Deutschland
kontrovers und stark emotional geführt. Publikationen belegen das
unvorstellbare Ausmaß dieses Luftkrieges, der letztlich keiner mehr war
und stellen die Frage: Handelt es sich nach der Landung der Alliierten in
Westeuropa bei dem Bombardements um Kriegsverbrechen der Briten und
Amerikaner? Dazu u.a. Jörg Friedrich: Der Brand, München, 2002 und
Brandstätten, München 2002 sowie der Brite Frederick Taylor,
Dresden-Dienstag 13. Februar 1945, Bertelsmann 2004.
182 Eberhard Göschel,
zit. nach: Paul Kaiser, Karl-Siegbert Rehberg (Hrsg.), in: Enge und
Vielfalt – Auftragskunst und Kunstförderung in der DDR, Analysen und
Meinungen, Dresden 1999, S. 592f.
183 Eberhard Göschel,
zit. nach: Rudolf Mayer (Hrsg.), in: Eberhard Göschel. Horizont, teilweise
gespiegelt, Malerei 1990–1992, Ditzingen-Heimerdingen 1993, S. 6.
184 Deshalb war der
hoch subventionierte Leistungs- sowie der Massensport mehr als ein
Fitnessprogramm für unzufriedene Frauen oder für Männer, die dann zum
Wehrdienst mussten. Die DDR-Sportler standen nicht selten bei Olympischen
Spiele und anderen diversen internationalen Vergleichen auf den obersten
Treppchen, wenn die Nationalhymne erschallte. Dieses Ritual ließ dann
sogar bei der Bevölkerung so etwas wie Stolz auf den
Arbeiter-und-Bauern-Staat aufkommen. Für die Staatsmächtigen war das die
schweißtriefende Kompensation für ihre verfehlte Wirtschaftspolitik und
eine durch Doping sowie viel Geld angefeuerte emotionale Retusche ihrer
mal mehr oder weniger sublimen Unterdrückung des Volkes.
185 Außer mit Johannes
Wüsten fand er zu einer Auseinandersetzung mit den Klassikern des
Kupferstichs: Martin Schongauer (1450–1491), Albrecht Dürer (1471–1528)
und Andrea Mantegna (1431–1506).
186 Dem Künstler blieb
es überlassen, auf welche Art und Weise er sich diesem (in der DDR einer
der theoretischen Säulenheiligen der sozialistischen Diktatur) näherte. Es
ist anzunehmen, dass Hofmann eine lockere Bezugsebene zum Slogan im real
existierenden Sozialismus mutierten Marxschen Satz »Die Idee wird zu
materiellen Gewalt, sobald sie die Massen ergreift« aufbaut. Von der
bitterbösen Realität dieser Erkenntnis ahnte damals die sozialistische
Diktatur noch nichts. Denn die zunächst in Leipzig und später in allen
großen Städten stattfindenden Herbstdemonstrationen beschleunigten die
Auflösung der DDR. Doch davon ist hier vielleicht noch nichts zu ahnen.
(Obwohl im Nachhinein ein Hineindeuten nicht ganz unangebracht wäre,
betrachtet man die Fotos von den gewaltigen Leipziger Demonstrationen,
abends im Herbst 1989, dann gibt es einige optische Parallelen: dichtes,
diszipliniertes Beieinander und die von ihnen ausgehende unheimliche
Energie der Unumkehrbarkeit des Faktischen.) Doch davon einmal abgesehen
beschäftigten den Dresdner um 1980 das Phänomen der Industriegesellschaft:
die Ballung von Menschen auf engstem Raum und ihr Versuch, sich einer
Gleichschaltung (egal welcher Art auch immer) zu entziehen.
187 Gunter Ziller, in:
Veit Hofmann, Dresden 1986, S. 4.
188
Stefan Plenkers, zitiert in: Katalog S. P., Museum Junge Kunst, Frankfurt
(Oder) 1987, S. 3.
189 Wolfgang Petrovsky, in: Katalog P., Uelzen 1990, S. 13.
190 Dazu auch die
Beiträge Andreas Dress und Wilhelm Rudolph.
191 Wolfgang Petrovsky, in: Katalog P., Uelzen 1990, S. 13.
192 Hans-Hendrik
Grimmling, zit. nach: Lutz Fiebig, Andreas Hüneke (Hrsg.), in: Die Wucht
der Bilder. Ostfildern-Ruit 1997, S. 97.
193 Uwe Pfeifer, zit.
nach: Katja Schneider, Rüdiger Giebler, Klaus E. Göltz (Hrsg.), in: Von
der Arbeit mit Bildern, Halle 2002, S. 36.
194 ebd.
195 ebd.
196 ebd.
197
ebd.
198
ebd.
199
Lutz Friedel, zit. nach: Andreas Beaugrand: Die »Bilder aus dem Kopf« von
Lutz Friedel, in: Katalog Lutz Friedel. Walhall der Nichtse, Berlin 2004,
S. 14.
200
Friedrich Nietzsche, Die fröhliche Wissenschaft, München 1959, S. 166f.
201
ebd.
202 Martin Hecht: Das
Verschwinden der Heimat. Zur Gefühlslage der Nation, Leipzig 2000, S. 17.
203
Frieder Heinze, Ohne Haut, in Kat.: Frieder Heinze, Galerie Weise
Chemnitz/Museum Schloss Hinterglauchau; Chemnitz 1993, S. 21.
204 Das vollständige
DDR-System verschwand, darüber stülpte sich das neoliberale Marktsystem im
Stile der alten Bundesrepublik mit seinen Verheißungen von bürgerlicher
Demokratie plus sozialstaatlicher Leistungen sowie den Realitäten von
Massenarbeitslosigkeit inklusive des Ausradierens der mehr oder weniger
maroden Großindustrie. Die Mehrheit der kapitalismuswilligen DDR-Bürger
sahen diese Phase wieder mal als eine des Übergangs und lebten vom Glück
des sozialen Aufstiegs, und wenn dieses sich nicht einstellte, zunächst
von der Hoffnung, dass es ja bald mal besser werden müsste. Und »Licht am
Ende des Tunnels« hieß so viel wie: Wir stecken in der dunklen Röhre fest
und da hinten wird es einmal besser werden. Mit diesem Ausblick auf
hellere Zeiten im Zukünftigen versprachen vierzig Jahre lang die
Herrschenden in der DDR dem Wahlvolk das Paradies auf Erden. Nun gab es
wieder mal ein versprochenes Licht am Ende des Tunnels, in der Sprache des
damaligen Bundeskanzlers Helmut Kohl klang das etwas grün-romantischer:
»Blühende Landschaften im Osten«. Und der Volks- und Politikermund war
sich wie sonst selten einig, auf das es bald Licht am Ende des Tunnels
geben muss.
205 Frieder Heinze,
Ohne Haut, in Kat.: F. H., Galerie Weise Chemnitz/Museum Schloss
Hinterglauchau, Chemnitz 1993; S. 21.
206
Günther Huniat (1939), Olaf Wegewitz (1949), Lutz Dammbeck (1948),
Hans-Hendrick Grimmling (1947), Günter Firit (1947); mehr zu diesem
Kontext in: Katalog Museum Junge Kunst Frankfurt (Oder), 2002.
207 Walter Libuda, zit.
nach: Matthias Flügge: Sehen als Wissen, im Gespräch mit Walter Libuda in
Berlin-Bohnsdorf am Nachmittag des 9.10.1993, in: Katalog Walter Libuda.
LANGER ARM-MOND. Malerei, Objekte und Arbeiten auf Papier, Berlin 1993, S.
12.
208
ebd.
209 ebd.
210 Das Museum Junge
Kunst besitzt zwei Ölbilder » Akt Gerrit S.«, 1982; »Bildnis Sabine Knorn«,
1983; siehe dazu: Brigitte Rieger-Jähner in: Das Museum Junge Kunst
Frankfurt (Oder), Frankfurt (Oder), 2001, S. 108 f.
211 Clemens Gröszer,
zitiert nach C.G. in: Hrsg.: E. Blume, R. März, Kunst in der DDR, Berlin
2003, S. 306.
212 Dem Autor sind drei
Variationen unter dem Titel »Marin á cholie« aus den Jahren 1983, 1985 und
1991/92 bekannt.
213 Wolfgang Smy,
zit. in Katalog: Linienscharf am Stanzblechlochstreifen. Zu seinen Bildern
aus den Jahren 1984 bis 1990, Neuer Berliner Kunstverein 1990, Berlin
1990, o. S.
214 Erich Fromm: Die
Furcht vor der Freiheit (1941), München 1993, S. 50.
215 Karla Woisnitza,
zit. in: Katalog Karla Woisnitza. TECUNA PROJEKT, Frauen Museum/ Bonn, o.
S.
216 Carla Woisnitza,
zit. in: Katalog: Zwischen Expressivität und Sachlichkeit. 15
Künstlerinnen der neuen Bundesländer. Malerei, Plastik, Objekte,
Installation, Zeichnung, Grafik, Frankfurt (Oder) 1993, S. 63, 64.
217 ebd.
218 Cornelia
Schleime im Gespräch mit Christiane Bühling am 16. Oktober 1996; in
Katalog: Ich folge einer inneren Sehnsucht. Arbeiten von Cornelia Schleime
aus den Jahren 1985 bis 1996, Berlin 1996, o. S.
219 Johannes Heisig,
zitiert in: Katalog J. H. – Aus der neuen Welt, Bilder seit 1989. Malerei,
Berlin, 2004, S. 76.
220 Aus der
französischen Sprache: tache – Flecken, Kleckse.
221 Junge Kunst
Frankfurt (Oder), Freudenstadt 2000, S. 96 f.
222 Dazu
mehr in: Museum Junge Kunst, Frankfurt (Oder) 2001, S. 122 f.
223
Dazu der Autor in:
Museum Junge Kunst Frankfurt (Oder), 2001, S. 186 f.
224
Ganze
Heerscharen von gipsernen Schattenwesen bevölkerten seine engen
Arbeitsräume; sie führten ihr Eigenleben in den Zonen des »Nichts ist mehr
möglich« und »Alles ist im Werden begriffen«. Stumm, unnahbar und in sich
versunken blieben sie bis etwa um 1990, doch dann erwuchsen antennenartige
Extremitäten und verwunderliche Fühler aus ihren Leibern, so, als wenn sie
aus den uns umgebenden Sphären Energien saugen wollten oder zu etwas
Höherem Kontakt suchten. Nun lag die Gefahr einer wichtigtuerischen
Theatralik nah, doch dem entging er, indem er Schicht für Schicht des
Geronnenen abtrug: denn das unkontrollierte Dahinter interessiert mehr als
die darüber liegende Schicht des narrativen Kanons. Um 1990 tauchten
Formen aus der Pflanzen- und niederen Tierwelt auf: Kelchartiges,
Beutelförmiges, Membransysteme – weiß und höchst verletzlich.
225 Bezug nehmend auf
das Gedicht von Gottfried Benn, 1913: Alaska, Gesänge VI, in: Gottfried
Benn. Gedichte, Frankfurt am Main, 1993, S. 47.
226
Inschrift auf dem Bogen des abgebildeten Blattes »Der Schlaf«, die in
Klammern gesetzten Worte sind schwer zu entziffern, sie wurden seitens des
Autors mehr gedeutet als erkannt.
227
Seine akustischen Interventionen und Installationen (Sounds) erobern den
Raum, machen den erwartungsfrohen Betrachter in den Ausstellungen oder den
ahnungslosen Passanten in der Stadt zu einem »Ohrenmenschen« für das
innere Sehen. Der Künstler verwendet dafür so genannte SPINS (das sind
gewonnene Töne aus Radiogeräuschen, technischen Signalen oder menschlicher
Sprache) und kombinierte sie mitunter zu Endlosschleifen. Sie bedingen
(verbreiten sie sich nun im städtischen Raum) im Kontext mit den normalen
Geräuschen eine neue Dimension an Informationen und der somit
einhergehenden Irritation. So wurde sein Beitrag 1997 zur Documenta X eine
solche Neustrukturierung im akustischen Stadtraum. Ein aus seiner Bildwelt
stammendes Logo (der Künstler: »ein Homunculus, ein Hybrid«) signalisierte
optisch die Existenz seiner Sounds. Im konventionellen
Ausstellungsambiente visualisiert er wiederum die unsichtbaren
Raumbesetzungen. Rhythmen; kurzatmig, abrupt unterbrochenes Fiepen,
Rauschen, Pochen, Hämmern, Zischen, Tröpfeln, Ticken und metallenes
Klicken erfahren zeichenhafte Gestalt. Hier ist nun wieder ein rein
optischer, auf das Sendungsbewusstsein von Linie und Fläche vertrauender
Zusammenhang zu seinen Arbeiten herzustellen. »Das Zeichnungsmotiv wird
sich – ähnlich den Sounds – im Stadtraum einordnen und den Versuch
unternehmen, eine individuelle ›Sprache‹ des Alltags einzuschleusen. Meine
Arbeit soll eine Störung des Alltäglichen sein, dass der Betrachter
beginnt, sich mit dem, was ihn umgibt, zu beschäftigen und seine
Sensibilität zu nutzen.« Carsten Nicolai, in: Kurzführer, documenta X,
1997, S. 162. |