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Hermann Glöckner (1889 – 1987), Dresden

 

Die vielen Aspekte seiner stilistisch vielgestaltigen Objekte, Collagen, Malereien, Monotypien und Zeichnungen sind im Kontext des internationalen Konstruktivismus und der lyrischen Abstraktion immer noch nicht ausreichend beachtet worden. Ebenso erging es seinem plastischen Werk. Die oftmals kleinen Faltungen in Papier und Karton gelangten erst spät, ab den Fünfzigerjahren zur Ausführung in Metall oder Holz. Die zwei verklammerten Scheiben vereinen Dualismen von Schwarz und Weis, indem sie im rechten Winkel zueinander verzahnt sind. Die Kreise geben optisch und praktisch ihre Urform auf, ohne sie formal zu verleugnen. Man denkt unwillkürlich an das altchinesische Zeichen  von YIN und YANG, der harmonischen Vereinigung

des Unvereinbaren. Ohne groß die philosophischen Tatbestände des Abendlandes und des alten Chinas zu betrachten, spürt man, dass Hermann Glöckner eine verräumlichte Variante des ewig als Dual empfundene Lebensprinzip gefunden hat.

Abb.:  Zwei ineinander verklammerte Scheiben
1959/60, Holz, Tempera; 20 cm; erworben 1994, Foto: Bernd Kuhnert, Berlin


| 1889 geboren in Dresden-Cotta | 1903 – 1911 Ausbildung der Gewerbeschule in Leipzig | 1987 gestorben in Berlin/West


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TENDENZ ABSTRAKT - 22.08.2010 - 10.10.2010

 

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