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Unter der Bezeichnung
»ANONYMUS
II – Variationen der einfachen Linie«
entfaltet sich seit über zehn Jahren das frappierend in sich
stringente, zeichnerische Werk von Matthias Geitel. Er geht mit einer
subjektiven Objektivität vor und entwirft zu unserer Schrift- und
Zeichenwelt ein eigenes Zeichensystem. Es besteht aus abstrakten
Piktogrammen, aus z. T. floralen Ornamenten, aus rationalen grafischen
Kürzeln oder aus unzähligen Abstraktionsstufen eines fotografierten
Motivs. Die Linie ist für ihn die universelle Form, um mit ihr die
Sicht- und Denkbarkeit der Welt in ein persönliches, visuelles System
zu bringen. Sein gigantisches Konzept von einer subjektiven Schrift-
und Zeichensprache wirkt auf uns zunächst
verwirrend, um dann intensiv seine |
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Faszination des Einmaligen zu entfalten. Mit diesem
Lebens-Arbeits-Werk versucht der vor ein paar Jahren aus Erfurt nach
Berlin gezogene Konzeptkünstler, sich gegen die kommunikative
Vermassung zu behaupten, indem er seine private, semantische Lexik
aufstellt und uns an ihr teilhaben lässt. |