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RATHAUSHALLE
Marktplatz 1

21.01.2007 - 29.04.2007

DAS SPÄTGOTISCHE ANTICHRISTFENSTER
eine biblische Botschaft im Zusammenspiel
von Glas, Farbe und Licht


Abb.: Antichristfenster, Feld s II 3b, Weitergabe des Goldes (Detail)

Da sich die Kunst der MODERNE in besonderem Maße sowohl mit der Formensprache als auch mit dem Inhalt der Werke mittelalterlicher Kunst auseinandergesetzt hat, ist es eine besondere Freude, im Museums Junge Kunst die mittelalterlichen Glasmalereien des Antichristfensters aus dem dritten Viertel des 14. Jahrhunderts zu zeigen.
2007 werden sie als eines von drei Fenstern, d.h., begleitet vom Schöpfungs- und vom Christusfenster, in St. Marien zu sehen sein. Die Architektur des gotischen und in der Renaissance eingewölbten Ausstellungsraumes sowie die unmittelbare Nähe von St. Marien lassen diese Präsentation so zu einem besonderen Ereignis werden. Hinzu kommt, dass die 39 Szenen der Antichristlegende in der Kunstgeschichte einmalig sind. So ist dieses Fenster das stilistisch und ikonografisch rätselhafteste und nicht zuletzt faszinierendste der 3 Fenster.

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Antichristfenster, Feld s II 2a
Antichrist als Wanderprediger

Antichristfenster, Feld s II 2b
Antichrist predigt im Tempel

Antichristfenster, Feld s II 3b
Weitergabe des Goldes

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Aber man kann nicht allein seine farbenprächtigen Scheiben in Augenhöhe bewundern, kurze theologische und restauratorische Texte erklären Inhalt und Restaurierung. Aber auch eine Einführung in die Bibel- und Zeitgeschichte, ein Hinweis auf die Symbolik der Fester und ihrer Farben und auf die dort gezeigten Gewänder lassen den Betrachter in die Welt des Mittelalters eintauchen. Man kann in unserer Ausstellung aber auch Näheres über den Antijudaismus von seinen Anfängen bis zur Fertigstellung der Fenster erfahren oder sich über die Vita des Antichristen informieren. Mit seinem wechselnden Äußeren und seinen falschen Wundern versuchte dieser, die Gläubigen zu täuschen und seiner Macht zu unterwerfen.
Fotografien sämtlicher Darstellungen der hochgotischen Taufe mit erklärenden Texten, die parallel zum Antichristfenster entstand und in St. Gertraud zu sehen ist, ergänzt das Bild ebenso wie Materialien und Erläuterungen zur Restaurierung. Im Hochgotischen Festsaal wird darüber hinaus die Möglichkeit zu Vorträgen und der Auseinandersetzung mit dem Thema "Das Böse" gegeben. Zitate der Bibel, aber auch Kurztexte von Philosophen und Schriftstellern fordern den Besucher geradezu zur Reflektion zu diesem Thema heraus.

 

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von Restauratorin Sandra Meinung
restauriertes Feld "Feuerzauber"

aus "Hartmann Schedel, Weltchronik,
Kolorierte Gesamtausgabe von 1493"

 

Zu der Ausstellung erscheint der Katalog "Das spätgotische Antichristfenster"
der Katalog umfasst 72 Seiten - Inhaltsverzeichnis [ PDF-Datei/418kB ]

Hauptsponsor Sparkasse Oder-Spree in Frankfurt (Oder)

Förderverein St. Marienkirche Frankfurt (Oder) e.V.

 

Dank an Sponsoren und Textautoren der Ausstellung

 

Text/Kuratorin: Prof. Dr. Brigitte Rieger-Jähner

 

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Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag  von 11.00 bis 17.00 Uhr

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