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Uwe Kowski (1964), Leipzig

 

In seiner um 1993 entstandenen Werkreihe geht es um Körpersegmente. Aufgrund ihrer schmerzhaft wirkenden Amputationen und monströsen Deformierungen entziehen sie sich dem Schönheitsideal der antiken Torsi. Die »Trophäe« zählt zum Umfeld dieser Werkreihe. Das Holz ist blank und hell. Es erinnert an ungeschützte Haut oder an verblichene Knochen. Assoziativ sieht man die Kugel als Kopf, die schenkel- und wadenförmigen Hölzer sind ohne große Schwierigkeiten als Beine zu deuten. Der Kopf und das Gesicht – die Zentrale des Lebens – sind nicht mehr wahrnehmungs- und handlungsfähig. Die Beine führen ein bizarres Eigenleben, der Rumpf und die Arme fehlen sogar. Fazit: Der »Bausatz Mensch « ist unvollständig. Dieser Zustand kann einen Verfall seiner Denk-, Handlungs- und Verhaltensabläufe symbolisieren und die sich daraus ergebende Unfähigkeit des selbständigen Überlebens signalisieren. ¬ A. H.

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Abb.: Trophäe, 1994, Ahorn; Kopf Durchmesser: 44 cm, Bein gestreckt: 129 × 30 × 30 cm, Bein angewinkelt: 157 x 32 × 30 cm, erworben 1995, Foto: Bernd Kuhnert, Berlin


| 1964 geboren in Leipzig | 1984 Studium an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig | lebt in Leipzig

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STANDPUNKTE II  1986 - 2006

 

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