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zum Jahresprogramm |
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RATHAUSHALLE / FESTSAAL
13.03.2005 - 01.05.2005 |
MEINE WELT
5.
BIENNALE |
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Arbeiten von geistig Behinderten,
Psychiatrieerfahrenen und Outsidern aus Deutschland
- Malereien, Arbeiten auf
Papier, Gedichte, Plastiken und Installationen -
Ein Projekt des Wichernheims Frankfurt an der Oder e.V. und des Museums
Junge Kunst |
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Aus über dreihundert
eingesendeten Bildmappen oder Einzelfotos fiel
die Auswahl auf 35 Teilnehmer. Sie kommen aus
bekannten Städten wie Köln, Berlin, Kassel,
Münster, Göttingen, Kiel, Lutherstadt
Eisleben, München oder weniger bekannten wie
Riedstadt, Rickling, Kleinmachnow, Kempten,
Bernau (bei Berlin), Regen oder Herrenberg.
Sie leben in Kliniken, in
Heimen, werden beraten
und betreut |
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durch soziale Stationen oder
verbringen ihre meiste Zeit allein oder
im Kreis der Familie und haben ganz
unterschiedliche Voraussetzungen für ihre
Arbeitsbedingungen. Doch gemeinsam ist ihnen die schöpferische Gabe und
das Getriebensein, ihre innere oder äußere Welterfahrung sichtbar zu
machen. Wie bisher wird seitens des Pro-jektes kein Thema
vorgegeben und es werden auch keine Preise oder wertende
Hierarchien verteilt. Wie zu erwarten, war
die Anzahl der |
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Robert
Picker (1936)
Venus, wo ich traurig war, 1988
Acryl/Leinwand, 80 x 80 cm |
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höchst eigenwilligen
Bilder von der sichtbaren Welt da draußen und von
dem unsichtbaren Seelenchaos da drinnen viel zu hoch, als dass alle in
dieser Ausstellung gezeigt werden konnten. Deshalb musste eine Auswahl
nach rein künstlerischen Kriterien erfolgen. Dabei ging es weder um die
Bebilderung einer Behinderten- oder Krankengeschichte noch um die
Dokumentation von Gestalttherapie. Und nicht wenige Einsender die diesmal
nicht dabei sein konnten, erhielten den schriftlichen Hinweis, dass sie
sich unbedingt wieder für die kommende Biennale in Frankfurt (Oder)
bewerben sollten. |
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Hubert Lucht
(1952)
Tigerentenclub, 2000,
Öl auf Holz, 180 x 270 cm |
Edmund
Krengel (1934)
Wohntürme, 1991,
Wachsstift, 43 x 61 cm |
Jürgen Franke
(1963)
Atlantis, 2003,
Acryl / Papier, 70 x 100 cm |
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Wie in den ab 1997 organisierten Biennalen sind diese authentischen und
eigenwilligen Bilder, Plastiken, Installationen, Collagen und ebenso
Gedichte überhaupt nicht in eine stilistische Kategorie einzuordnen. In
den fast dreihundert Werken begegnen uns unter anderen surreale
Seelenpein, naiv-farbprächtige Porträts sowie dekorative
Landschaftsschilderungen, expressive Psychogramme auf heraufziehende
Ängste, hoch akkurat gezeichnete Ornamente, naturalistische
Popstarinterpretationen und Protokolle traumatisierender
Kindheitserlebnisse. Versponnenes, Groteskes sowie Heiteres prallen auf
Dunkles, Verwirrendes und Schmerzhaftes. Das Leben in all seinen
Schattierungen prägt ihre Empfindungen scheinbar unmittelbar und ohne
Vorwarnung. Der von uns mühsam aufgepinselte soziale und illusionäre Lack
auf die kalt und menschenverachtend wirkenden Konsum- und
Leistungsgesellschaft erfährt eine unwiederbringliche Beschädigung. |
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Serge Vollin (1946)
Donnerstag-allgemeine Visite,
o.J., Acryl auf Karton,
50 x 65 cm |
Michaela
Lehnert (1969)
Das sind schwarze Menschen
Neger sagt man nicht, 2004,
Faserstift, 30 x 21 cm |
Wolfgang
Sawinsky (1947)
Für Seneca what a colourfield,
2004, Mischtechnik auf Karton,
70 x 100 cm |
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Diese in Deutschland einmalige Biennale bildet eine Plattform für
Arbeiten, deren Ursprünge in der Seele, in den Träumen, Hoffnungen,
Enttäuschungen und in verdrängten Gefühlen zu finden sind. Im heutigen
Betriebssystem Kunst fehlt augenscheinlich dieser Aspekt fast vollständig.
Als großer, offener Rahmen für diese Kunstäußerungen werden gern die
Begriffe von der Outsiderart, von der Art brut (Jean Dubuffet) oder von
einer zustandsgebundenen sowie authentischen Kunst oder ähnliche Etikette
verwendet. Sie versuchen ein Phänomen des unmittelbaren (?) Schöpferischen
zu umreißen, das seit dem Beginn des vergangenen Jahrhunderts nicht nur
Künstler und Fachleute in den Bann gezogen hat.
Denn hier entsteht etwas, das der französische Maler und
Kunstsammler Jean Dubuffet in den Vierzigerjahren mit den
Begriffen des Antikünstlerischen und des nicht
Professionellen zu beschreiben versuchte. Seitdem
haben sich die Theorien weiter entwickelt und der Blick ist viel
differenzierter geworden. Schon längst ist diese Kunst zum Stammgast im
Betriebssystem Kunst geworden und dennoch bleibt sie ein geheimnisvolles
Ereignis. Die Biennale Meine Welt in der Spätrenaissancehalle sowie in dem
hochgotischen Festsaal des Museums Junge Kunst in Frankfurt (Oder) bietet
die Gelegenheit, sich diesem zu stellen. |
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Kurator: Armin
Hauer
Organisation: Renate Witzleben |
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In der Ausstellung
sind vertreten:
Christian Bartosch,
Berlin; Miriam Bondy, Berlin; Christel Bratz, Berlin;
Paul Damczok, Berlin;
Mike Dannenberg, Kleinmachnow; Sylvana Engel,
Berlin; Annemarie Espig, Lauter;
Jürgen Franke, Lohr am Main; Erwin Ludwig Fuß, Riedstadt; Holger Gröschler, Regen; Manfred Henke, Warburg; Annerose Kettl, Straubing;
Roland Klotz, Kassel; Susanne Klümpel, Köln; Andreas Kurz,
Sehnde-Köthenwald;
Edmund Krengel, Cochem/Mosel; Michaela Lehnert, Warburg; Hubert Lucht,
Cochem/Mosel;
Goswin Moosbauer, Tann/Rhön; Norbert Nebel, Lutherstadt Eisleben;
Reiner Neumann, Bernau;
Heinz-Ulrich Röckmann, Münster (gest. 2004); Oliver Rinke, Berlin;
Robert Picker, Hannover;
Wolfgang Sawinsky, Morsbach; Gabriele Schatzler, Hermsdorf; Frank
Schmitt, Berlin;
Hans Schuldes, Gremsdorf; Jörn Stein, Willebaldessen; Serge Vollin,
München; Sabine Welsch, Berlin;
Alfred Wilkens, Rickling; Margit Zimny, Landshut; Karin Zutavem,
Herrenberg |
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Gefördert von der Ostdeutschen Sparkassenstiftung im Land
Brandenburg gemeinsam mit der Sparkasse
Oder Spree und dem Ministerium für Wissenschaft, Forschung und
Kultur des Landes Brandenburg |
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Öffnungszeiten: Dienstag
bis Sonntag und an Feiertagen von 11.00 bis 17.00 Uhr |
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