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Falko Warmt (1938), Berlin

 

Im gesamten Werk des Autodidakten herrscht Misstrauen gegenüber einer Schönlinigkeit, dem farblichen Wohlklang und der eindeutig lesbaren Gestalt. Seine Objekte und Bilder wirken verletzt, fragil und zugleich kostbar. Die Bildhaut wird aufgerissen und man scheint auf die pulsierende Schicht darunter sehen zu können, nimmt das Dahinter einer ahnbaren Gestalt, eines Gefühl oder eines uns verstörenden Zustandes wahr. Oftmals wird die Oberfläche mal mehr oder weniger kalkulierend geflickt, bandagiert oder collagiert. So ergeben sich fast reliefhafte Oberflächen, die mit profanen Materialien wie zum Beispiel mit Gras, Holz, Pappe, Draht oder Stroh geflickt oder in den imaginären Raum des Draußens erweitert werden. Das Morbide, das Vernarbte und Fragmentarische offenbaren eine eigenwillige Aura des bizarr Schönen. In den Objekten und Plastiken geschieht Ähnliches: hier reichen gleich verletzbarer Fühler die Drähte in den Raum hinein; Fragiles und Dünnhäutiges ist dem Schutz der Flächigkeit entflohen und strecken sich uns entgegen.

Abb.:    Wunde Seele
1990, Mischtechnik auf Leinwand; 220 x 150 cm; erworben 1991, Foto: Bernd Kuhnert, Berlin


| 1938 geboren in Gera/Thüringen | um 1955 erste autodidaktische Malversuche | 1961 – 1962 Schuler des Malers Otto Muller in Halle/ Saale | 1962 Beendigung des Ingenieur-Studiums (Chem. Technologie) in Köthen | 1963 Übersiedlung nach Berlin und Tätigkeit als Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Akademie der Wissenschaften der DDR in Adlershof bis 1978 | 1978 freischaffender Künstler in Berlin | 1979 Mitglied des Verbandes Bildender Künstler der DDR | lebt und arbeitet in Berlin


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TENDENZ ABSTRAKT - 07.02.2010 - 25.04.2010

 

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