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Michael Voll studierte Architektur und arbeitete viele Jahre in diesem
Beruf. In seinen Bildern spürt man das, denn dort setzt er sich mit
den Gefahren der ausufernden Besiedlung und mit der damit
einhergehenden Zerstörung von Natur auseinander. In akribischer,
spitzpinseliger Feinarbeit entwickelte er surreal fiktive Stadtpläne,
auf denen Straßen und Häuserfluchten wie bösartige Flechten das Umland
befallen. In diesem Kontext seiner tendenziellen Zivilisationskritik
ist höchstwahrscheinlich der übermannshohe Turm zu sehen. Er ist mit
den Prinzipien der seriellen Kunst aufgebaut, bei denen sich einfache
Quantitäten zu komplexer Qualität wandeln können. Unterschiedlich
große runde Pappscheiben werden aufeinandergelegt – ab dem oberen
Drittel wandeln sie sich zu Vierecken, um schließlich in einem roten
Quadrat den Turm zu bekrönen. Man konnte sich hier den Turm zu Babel
vorstellen, also die alttestamentarische Metapher auf die Hybris des
Menschen, der seine ihm von Gott gesetzten Grenzen zu überschreiten
versucht. Auch sind andere Lesarten möglich, so wie es häufig bei
einem Kunstwerk ist, das abstrahierend immer noch Reste des Realen in
sich trägt. |
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