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Inge Thiess-Böttner (1924 – 2001),

 

In ihrem Farbverständnis stand Inge Thiess-Böttner in der Dresdner Tradition eines kultivierten Spätimpressionismus, ohne auf dem Gegenstand zu beharren. Ihre »Gegenständlichkeit« sind das geometrische Inventar von Kreis, Dreieck, Linien und sich brechenden Strahlen. In einem Gespräch bemerkte sie »... jedes Blatt gibt eine Geschichte, einen ganz bestimmten Tag wieder ... «. Hier wird das Vergängliche eines Erlebnisses in die auratische Sphäre geometrischer Zeitlosigkeit transformiert, ohne dabei auf farbliche Wärme, gestalterische Sensibilität oder Möglichkeiten eines einfühlenden Sehens zu verzichten. Zufälligkeiten im Druckvorgang werden angenommen, variiert und  weitergetrieben, bis  die Form eine vielschichtige Vollen-

dung erfährt. Sie assoziiert Ahnungen einer vielleicht verloren gegangenen Harmonie und von einem fragilen Gewordensein, das von einem sanften inneren Licht durchströmt wird. Diese Aspekte machen ihre Sonderstellung innerhalb der anderen konstruktiv oder konkret arbeitenden Dresdner Künstler ihrer Zeit aus.

Abb.:  Assoziationen mit schwarzen Streifen
um 1982, Mischtechnik/Linoldruck; 42 x 60 cm; erworben 1993, Foto: Winfried Mausolf, Frankfurt (Oder)


| 1924 geboren in Dresden | 1943 – 1944 Besuch der privaten Dresdner Malschule von Simono-Castelli | 1944 Studium an der Hochschule für Bildende Künste Dresden | 1945 – 1947 Privatschülerin bei Ernst Hassebrauk | 1947 Wiederaufnahme des Studiums an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig bei Max Schwimmer | 1949 – 1951 Fortsetzung des Studiums an der Hochschule für Bildende Künste Dresden bei Karl Rade und Wilhelm Lachnit | 1951 freischaffend tätig als Malerin, Grafikerin sowie auf den Gebieten der Werbe-, Puppen-, Kostum- und Maskengestaltung | 1970 – 1986 u. a. Tätigkeit in der Abgusswerkstatt der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden | ab 1986 freies künstlerisches Schaffen | 2001 in Dresden gestorben


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TENDENZ ABSTRAKT - 07.02.2010 - 25.04.2010

 

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