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Gil Schlesinger (1931), München

 

Diese Zeichnung gehört zu einem Werkblock von 15 Arbeiten. Dort dekliniert Gil Schlesinger sein zeichenhaftes Vokabular dermaßen durch, das Schrift, Buchstaben und Zeichen einen rätselhaften Zusammenhang erfahren. Der Betrachter kann dem energetischen Fluss der offenen und geschlossenen Gebilde folgen oder er versucht die Runen, Piktogramme und Wortfragmente zu entziffern. Doch es bleiben letztlich enigmatische Protokolle auf Erlebtes und Fabuliertes. Denn sein vielgestaltiges Werk bildet einen in sich stimmigen Kosmos eines Künstlers, der schon in den Siebzigerjahren in Leipzig die künstlerischen Impulse von Wassily Kandinsky (1866 – 1944) so deutete, dass Malerei eine andere Welt als die des Sichtbaren eröffnen und dennoch auf die Realität einwirken sollte. Demnach ist es nicht verwunderlich, dass sich in den anderen Bildern ebenso Texte, stilisierte Vogel, Hunde oder puppenhafte Menschen in das existenzielle Inferno des Überlebens begeben, sich im Mythischen zwischen Hades und Paradiesgarten aufhalten oder aktuelle Kriege um Land und Öl (Golfkrieg) den Auslöser für Bildfolgen ergeben.

Abb.:  Ohne Titel
(Installation von 15 Zeichnungen), 1981, Tusche auf Packpapier; je 120 x 80 cm; erworben 2002, Foto: Winfried Mausolf, Frankfurt (Oder)


| 1931 in Aussig/Elbe (Tschechoslowakei) geboren | 1948 – 1955 Aufenthalt in Israel | 1955 Übersiedlung in die DDR | 1960 – 1962 Fachschule für angewandte Kunst, Leipzig | 1956 – 1967 Theatermaler in Anklam, Dessau, Meiningen, Leipzig | 1980 Übersiedlung nach München | seit 1999 wohnhaft in Pfaffenhofen bei München


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TENDENZ ABSTRAKT - 07.02.2010 - 25.04.2010

 

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