|
|
 |
 |
|
Strawalde (d. i.
Jürgen Böttcher) (1931), Berlin, Dschungelstück, 1991, Öl auf
Leinwand,
170 x 130 cm, erworben 1991; Foto: Bernd Kuhnert, Berlin |
Erika
Stürmer-Alex (geb. 1938, Wriezen), Lietzen, Brucherde, 1978,
Latex, Erde, Holz, Glasfaserstoff,
173 x 127 cm, erworben 1990;
Foto: Bernd Kuhnert |
|
|
Die Sammlung wurde 1965 gegründet und ihr
Schwerpunkt lag bis 1990 auf Kunst aus der Sowjetischen Besatzungszone
(SBZ) und aus der DDR. Ab 1990 gelangten Werke aus der Bundesrepublik
und aus Polen (Druckgrafik) in den Bestand. Die Arbeiten sind von
unterschiedlicher Stilistik, das bedeutet, dass sich hier ebenso
Positionen des „Gegenstandslosen“ befinden, die man mit dem etwas vagen
Begriff der abstrakten Kunst charakterisieren kann. Damit sind unter
anderem Werke der konstruktiven, der konkreten, der abstrahierenden,
der minimalistischen oder der informellen Kunst gemeint. Seit 1991
stellt das Museum keine Dauerausstellung mehr vor. Dafür wird jedes Jahr
unter einem anderen Aspekt eine neue Exposition konzipiert und in diesem
Jahr widmen wir uns diesen abstrakten Tendenzen. |
|
 |
 |
|
Gil Schlesinger
(1931), München, o. T.,
1981,Tusche auf Packpapier,120x80 cm,
erworben 2002; Foto: W. Mausolf, Ffo. |
Manfred Luther (1925
- 2003), Dresden, cogito ergo sum,
II (I - III),1990/1992, Mischtechnik auf Papier, 60 x 50 cm,
erworben 1992;
Foto: Bernd Kuhnert, Berlin |
|
|
Die abstrakte Kunst wurde, wie überhaupt
jede Form der Kultur, im Kalten Krieg (1945 – 1990) zwischen den
kapitalistischen und kommunistischen Weltmächten (USA-UdSSR/ West-Ost)
politisch instrumentalisiert. Sie galt in den Fünfzigern im Westen als
die „Weltsprache der Kunst“ – und somit als Inbegriff der absoluten
Freiheit in der bürgerlichen Demokratie. Abstrakt zu arbeiten geriet in
dieser Zeit zu einem „ungeschriebenen“ Diktat, die Figuration wurde als
veraltet, als postfaschistisch oder kommunistisch kontaminiert gedeutet.
Anders im politischen Ostblock. Seitens der Sowjetunion kam es zur
Verordnung des sozialistischen Realismus (Formalismusdiskussion um
1950), als die linientreue Malweise für Künstler in der DDR. Wer
abstrakt arbeitete, konnte als Staatsfeind diffamiert werden. Die
Künstler gerieten so in Ost und West in das Joch der tagespolitischen
Polemik. Nichts desto nahmen auch in der DDR Künstler den produktiven
Dialog mit der gegenstandlosen Kunst auf. Nicht selten kam es dabei zu
Behinderungen seitens des Staates. |
|
 |
 |
|
Maren Roloff (1964),
Berlin, Matthias,um 2000,
Gummi, Metall, 360 x 69 cm, erworben
2003;
Foto: Winfried Mausolf, Frankfurt (Oder) |
Eva-Maria Wilde
(1972), Berlin, Türme, 2002/2003, verschiedene Materialien,
Turm 1: 200 x 35 x 35 cm,
Turm 2: 270 x 45 x 45 cm, Schenkung der Künstlerin |
|
|
|
|
 |
|
Jörg Herold (1965),
Leipzig, Absolutes Medium, 1992, Gips, Plastik, Metall,
300 x
300 cm,
erworben 1992; Foto: Bernd Kuhnert, Berlin |
|
|
Doch diese Ausstellung geht weit über den
Zeitraum der DDR-Existenz hinaus und zeigt bis in die unmittelbare
Gegenwart hinein die visuelle und geistige Vielfalt des Arbeitens mit
„ungegenständlichen“ Formen. Es wird ersichtlich, dass die einstige
politisch-kulturelle Polemik des „Entweder – Oder“ (es war auch immer
eine scharf geführte Polemik zwischen den einzelnen Künstlern) heute
an motivierender und demotivierender Kraft verloren hat. Von den
vorgestellten 29 Künstlern mit ihren rund 100 Kunstwerken beschäftigen
sich einige von ihnen ausschließlich mit geometrischen Formen oder mit
einer nicht abbildhaften Formensprache. Andere wiederum haben nur
Werksphasen, in denen nichts mehr Gegenständliches auftaucht. Weiterhin
gibt es Konzeptionen, zu denen ein stetes Wechseln zwischen
Gegenständlichem und Ungegenständlichem gehört oder die Sprache so
gewählt wird, dass sie eine Idee ästhetisch am effizientesten
repräsentiert. Gewiss ließen sich noch anderer Fassetten aufzählen, doch
ein gutes Kunstwerk lässt sich nicht in formale Schubladen stecken und
strebt nach Entgrenzung des Bekannten. |
|
 |
|
Günter Hornig
(1937), Dresden, ohne Titel,1992,Acryl auf Leinwand, 160 x 200 cm,
3 Objekte, Holz, polychrom,
142 x 70 x 70 cm / 142 x 97 x 50 cm / 157 x 50 x 46 cm,
erworben 1992; Foto: Bernd Kuhnert, Berlin |
|
|
|
|
 |
|
Hermann Glöckner
(1989 - 1987), Dresden, Zwei ineinander verklammerte Scheiben,
1959/60,
Holz, Tempera, 20 cm, erworben 1994;
Foto: Bernd Kuhnert, Berlin |
|
|
|
|
|
Text / Kurator: Armin Hauer |
|
|