zurück

Hermann Naumann (1930), Dittersbach

 

Für einen bildenden Künstler in der DDR war seine stilistische Vielseitigkeit recht ungewöhnlich. Die klassische Moderne ist für ihn ein zu studierendes Objekt, so wie für andere Künstler die Natur oder das Model es sind. Er schuf Illustrationen in einem spätexpressionistischen oder dramatisch sachlichen Stil, formte expressive, surreale oder konstruktive Plastiken, malte stark abstrahierende Landschaften oder Bilder, die sich aus pastos leuchtenden Farbflecken ergeben, wie in diesem vorgestellten Ölbild aus dem Jahr 1978. Hier setzte er sich mit der Bildwelt des Franzosen Nicolas de Stael (1914 – 1955) auseinander, der die räumlich flächige Balance und die Ambivalenz zwischen gegenständlicher  und  gegenstandsloser  Gestalt auslotete.

Hermann Naumann gelingt in diesem Bild genau diese Gratwanderung zwischen dem womöglichen Hineinsehen von landschaftlichen oder architektonischen Formresten und dem eigenständigen Auf- und Nebeneinander von dicht gedrängten, mehr oder weniger rechteckigen Farbfeldern.

Abb.:  Ohne Titel
1978, Öl auf Hartfaser; 52 x 75 cm; erworben 1990, Foto: Bernd Kuhnert, Berlin


| 1930 Kötzschenbroda (heute Radebeul) | Schuler des Bildhauers Burkhart Ebe | 1947 – 1950 Schüler des Bildhauers Herbert Volwahsen in Dresden | als Maler, Bildhauer und Illustrator tätig | lebt in Dittersbach


[ Zum Vergrößern der Bildansicht und Schließen der geöffneten Fenster auf das Bild klicken ! ]

zurück

TENDENZ ABSTRAKT - 07.02.2010 - 25.04.2010

 

zum Seitenanfang