|
STATEMENT:
»Ich
habe keine Theorie. Versuche nicht zu beschreiben. Sammle Erfahrungen.
Dazu einige Satze: Für mich hat das Wort
»konstruktiv«
nur eine formale Bedeutung. Als wesentlicher schöpferischer Impuls war
er kennzeichnend für eine Generation, von deren Ideen wir uns weit
entfernt haben. Jene Konzeptionen der Kunst, die damals im ersten
Viertel unseres Jahrhunderts entworfen worden sind, und zu denen alles
formuliert ist, was man sagen kann, sie sollen in ihrer Begründung,
Eigenart und Wurde unangetastet bleiben. Meine Arbeiten werden immer
mehr zu Ergebnissen der Abtrennung, des Verzichts auf das, was als
Kunst galt. Helfen, so denke ich, kann nur, was mich selbst bewegt:
Material, Gesetz, beharrliche Arbeit, das Wirkliche. Ich bin gebannt
von der Gebundenheit und Freiheit des Menschen, die sich in allen
Zeiten im Bild ausdrucken. Freue mich, wenn meine Arbeiten in
täglicher Umwelt als Werte aufgenommen werden. Dresden, den 8. Januar
1985«.
(W.M.,
in Katalog, Tendenz konstruktiv-konkret, MJK Frankfurt (Oder), 1990;
S. 36) |
 |